irr America. V Buch. ix Cap. 409
ten die Tepeaquen vor einigen Tagen einen Einfall in die Lande des Staates vorgenom- Ferdinandmen, folglich glaubete er, man werde, um diese Beleidigung zu rächen, feinen Beystand Torte;. i;ro.selbst erbitten. Es ersuchten ihn auch wirklich einige Mitglieder der Regierung, er möchte ^ ^ '
bey diesen Umstanden dem Staate beybringen; folglich sah er sich im Stande, dasjenige,darum er bitten wollte, selbst als eine Gefälligkeit zu bewilligen.
Doch seine Entschließung wurde noch durch einen andern Zufall verhindert. Man Mexieanischebekam aus Gualipar die Nachricht, es wären drey Gesandten vom Kaiser an den Staat Gesandten,vorhanden, und warteten, um ihr aufgetragenes Geschäffte zu verrichten, nur auf die Er-laubniß des hohen Rathes. Dieses Beginnen kam jedermann seltsam vor. Ungeachtetder hohe Rath leicht ermessen konnte, es werde ihr Anbringen die Spanier betreffen; under nicht gesonnen war, die Treue gegen seine Bundesgenossen im allergeringsten zu verletzen:so beschloß man doch, dieses Gestandniß einer Gleichheit, davon der Stolz der mexikanischenRegenten bisher noch kein Beyspiel gegeben hatte, nutzbarlich zu ergreifen, und also dieGesandten anzuhören. Doch ist außer allem Zweifel, Cortez werde dieses Vorhaben ge-billiget haben. Die Mexicaner hielten einen sehr prächtigen Einzug» Vor ihnen hergiengen ihre Tamenes und trugen ihre Geschenke. Es bestunden selbige aus allerley Ar-beit von Gold und Silber, aus feinen Zeugen, aus Federn und andern Seltenheiten,nebst einigen Lasten Salz, als der allertheuersten Waare in diesem Lande. Sie selbsthielten dieFriedenszeichen in der Hand. Ihr Schmuck und ansehnliches Gefolge war einsehr verführender Anblick für ein Volk, das von nichts, als dem Ackerbaue und Kriege, einigeKenntniß hatte. Man führete sie in die Versammlung des hohen Rathes. Nachdemsie ihren Herrn unter Beylegung einer Menge Titel und mit tiefer Ehrerbiethung genennekhatten: so bothen sie den Tlascalern in seinem Namen ein ewiges Bündniß, aufrichtigenFrieden, freye Handlung und mit einem Worte, das genaueste Einverständniß an, dochmit der Bedingung, wenn der Staat ohne Verzug die Waffen gegen die Spanier ergreifen,oder um diese Ausländer mit desto geringerer Mühe los zu werden, die Unvorsichtigkeit der-selbigen, sich in ihre Hände zu liefern, Vortheilhaft anwenden wolle. Kaum ließ manihnen Zeit, dieses niederträchtige Anmuthen zu endigen. Schon bey den ersten Wortenbrach ein verwirrtes Murren aus, und dieses verwandelte sich bald darauf in Merkmaaleeines heftigen Unwillens. Unterdessen traf der hohe Rath, nachdem er über die Antwortzu berathschlagen, die Gesandten in ihre Wohnung zurück geschicket hatte, einen Ausweg,welcher seiner Einsicht und Redlichkeit in der That würdig war. Er ließ ihnen durch ei-nige Abgeordnete melden, man werde den Frieden mit Vergnügen annehmen, wofern nurbillige und für beyde Staaten rühmliche Bedingungen damit verknüpfet wären. Allein,die Tlascaler wären durchaus nicht gesonnen, das Gastrecht zu verletzen, noch Treu undGlauben mit Meyneid zu vergelten. Dia; meldet, die Gesandten waren hierauf ohneweiteres Wortwechseln, und mit großer Bestürzung abgereiset; denn weil das Gerücht vonihrem Anbringen den gemeinen Mann äußerst aufgebracht habe, so hätten sie besorget, esmöchte sie die Würde ihres Amtes nicht hinlänglich beschützen.
Ungeachtet nun dieser boshafte Anschlag der Mexicaner zu ihrer eigenen Schande Kkoteiicatlsausschlug: so zog er doch eine andere Wirkung, welche dem Cortez weit größere Sorge Verschwörungverursachete, nach sich. Der junge Ticotencatl mußte zwar dem Strome der einmüthigen
Stim-
») Ebendas. a. d. 287 S.Allgem.Reiftbeschr. XIII Band.
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