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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. IX Cap. 415

hatte man auf diese Weise, wenn etwa die Belagerung ein mißliches Ende gewinnen, oder Ferdinandsich in die Lange ziehen sollte, allemal einen sichern Zufluchtsort in seiner Gewalt. Lortez. i;ro .

Den folgenden Tag ließ man die Spanier durch die Musterung gehen. Ihre An- Musterungzahl betrug ungefähr sechs hundert Mann zu Fuße, und vierzig Reiter. Das grobe Ge- seiner Völker-schütz bestund aus den leichtesten neun Stücken, die man auf den Schiffen angetroffen hatte.

Corte; machte dieses Soldatenfest so^ prächtig, als er nur immer konnte, nicht nur des-wegen, damit es seinen Bundesgenossen zur Unterweisung dienen, sondern auch damit siedie äußerliche Pracht blenden möchte. Diesem Beyspiele zu Folge, ließ der Feldherr Tico-tencatl die Völker seines Staates, die noch immer unter seiner Anführung stunden, gleich-falls durch die Musterung gehen. Corte; wollte nicht mehr als zehen tausend mit sich neh-men; die übrigen waren zur Bewachung und zum Fortbringen der Brigantinen bestimmet.

Alle zusammen beliefen sich , wie Herrera meldet, auf achtzig tausend Mann /). Vorjedwedem Haufen giengen die Pauken, Krummhörner, und andere Kriegesspiele her; dar-auf folgeten die Befehlshaber, mit Federn von mancherley Farbe, und mit Kleinodien,die ihnen an der Nase und den Lippen hingen, gezicret. Unter dem linken Arme trugensie ihre mit Steinen vorgespitzten Schwerdter, und zwar die Spitze aufwärts gekehret. Jed-weder hatte einen Edelknaben bey sich, dessen ganze Verrichtung darinnen bestund, daß erfeinem Herrn den Schild, worauf die Thaten deffelbigen, vermittelst gewisser Bildzeichen,vorgestellet waren, nachtrug. Jedwede Compagnie war durch die Farbe ihrer Federn unddie Gestalt ihrer Fahnen, welche zwar eigentlich nur aus dem Bilde irgend eines Thieresauf einer Stange bestunden, von allen übrigen unterschieden.

Corte; machte einige allgemeine Verordnungen, darnach sich die Indianer sowohl Kriegesver-als die Spanier richten sollten. Er verboth nämlich bey Lebensstrafe, eine Zwistig- Ordnungen,kcit durch einen Zweykamps auszumachen, Weibespersonen die mindeste Gewalt anzuthun,und ohne Erlaubniß der Oberhäupter auf Beutemachen auszugehen. Gleichfalls wurdealles Fluchen und Schwören bey Verlust aller Ehren und Würden untersaget. DenIndianern wurden diese Gesetze durch den Aguilar und die Marina erkläret. Sie unterwar-fen sich ihnen auch ohne Schwierigkeit; und weil die Befehlshaber mit äußerster Strengedarüber hielten, so vcrmiffece man bey diesem ganzen Kriege eine gute Kriegcszucht eben sowenig, als die Tapferkeit. Der Tag der Abreise wurde durch öffentliche Gebethe geheilr-get. Nach Endigung dieser andächtigen Ceremonie zog Cortez mit seinen Spaniern ausder Stadt. Alle indianische Völker wurden auf seinen Befehl an dem Wege, den er zog,gestellet, damit sie an den seinigen sehen möchten, wie man ordentlich fortrücken, geschlosse-ne Glieder halten, im Nothfalle solche verdoppeln, und andere Wendungen machen müsse;und dieser bloße Anblick war für diese Wilden ein trefflicher Unterricht ^).

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Dieses nun war der Inhalt seines Schreibens:doch vergaß er auch seine Kriegesthaten nicht, wie-wohl er mit großer Bescheidenheit davon redet.Unterdessen versichert Diaz, er habe die Beamtender Städte Vera Cruz und Segura zu einem an-dern Schreiben, darinnen sein Lob gar nicht ge-sparet worden sey, und das er selbst durchgelesen ha-be, veranlasset. Nur besagter Geschichtschreibermeldet auch, er habe keinem gemeinen Soldatenvergönnet, Briefe abzuschicken.

F) Diaz rechnet unter diese Zahl die Bundes,genossen von Cholula und Guacogingo, welcheaußen vor der Stadt gelagert waren. Bey demAufbruche hatte Cortez zwar nicht mehr als sechzigtausend Mann bey sich: allein es stießen nachge-hends so viele andere verbündete Völker zu ihm,daß er währender Belagerung der Stadt Mexicoauf einmal über zweyhundert tausend Mann untersich hatte.