Band 
Dreyzehnter Band.
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4i6 Reisen und Entdeckungen

Ferdinand Den ersten Tag rückte man sec^ Meilen weit, bis an einen sehr ansehnlichen Flecken,Lorrer- >;ro. Namens Tezmeleirca, in dem Gebiethe desCaciquevonGuacozingo, welches andiemepi-"—^ ' canischen Lander stieß. Man erfuhr von diesem Caciquen, weil die Zurüstungen des Cor-

Marsch nach denMcxicanern schon seit langer Zeit nicht unbekannt gewesen, so hatten sie hinter einemnicht weit von hier gelegenen und sehr unwegsamen Berge, ein großes Heer zusammen gezogen.Doch diese Nachricht verursachte ihm wenig Kummer; er veränderte auch seinen Zug des-wegen im allergeringsten nicht. Als er aber Nachmittage den Fuß dieses Berges erreiche-te, beschloß er, an diesem Orte zu übernachten, und wollte sich währender Dunkelheit durch-aus nicht zwischen die Felsen, dahinter mancher Hinterh't verborgen seyn konnte, wagen.Dagegen ließ er große Feuer im Lager anzünden, welche nicht nur alle umliegende Zugän-ge erleuchteten, sondern auch seine Leute gegen den Nachtfrost verwahrcten. Mit anbre-chendem Tage fing sein Vortrab an, den Berg zu besteigen, wiewohl nicht geschwinder, alsdas grobe Geschütz folgen konnte. Ehe man noch eine Meile zurück geleget hatte, melde-te man dem Cortez, der Feind habe nicht nur einen Verhack gemacht, sondern auch anvielen Orten, wo die Erde frisch aufgewühlet sey, spitzige Pfähle eingegraben, damit diePferde stürzen, und sich spießen sollten. Er bezeugte über diese Nachricht so wenig Be-kümmerniß, daß er mit Lachen zur Antwort gab: „wie es scheint, so haben diese Helden„schlechte Lust, uns in der Nähe zu sehen. Sie wollen die Füße unbrauchbar machen, da-„mit ihnen die Hände nicht schaden sollen. „ Sogleich befahl er, eben als ob er gegen al-le Hindernisse Anstalten in Bereitschaft hätte, zwey tausend Tlascalern, den Vortrab zu ver-stärken , und die Bäume aus dem Wege zu schaffen. Dieses geschah mit solcher Ge-schwindigkeit, daß der Nachzug nicht den geringsten Augenblick in seinem Fortrücken aufge-halten wurde. Zu gleicher Zeit erkundschafteten einige Compagnien die noch vorhandenenhohlen Wege, und man legte die bis an den Gipfel noch übrigen zwo Meilen eben so un-gestört, als ob man in dem tlascalischen Gebiethe gewesen wäre, zurück.

Als man die Höhe erreichet hatte, erblickte man in der Ferne den großen See beyMerico. Der General unterließ bey diesem Anblicke nicht, seine Leute durch die Vorstellungder daselbst hinterlassenen großen Schätze, und der erlittenen Beleidigungen, die sie allerdin-geö rächen müßten, aufzumuntern. Weil man aus einem Dorfe nach dem andern Rauchaufsteigen sah: so glaubte man, die Mericaner gäben einander auf diese Weise die Losungvon dem Annähern des feindlichen Heeres. Nichts destoweniger rückte man, wiewohl durchsehr schlimme Wege und dickes Gehölze, herzhaft fort. Endlich sah man das feindli-che Heer von ferne auf einer Ebene vor sich. Bey diesem Anblicke jauchzten die Spaniervor Freuden, die Tlascaler hingegen geriethen vor Zorn in eine halbe Wuth, und Cor-tez hatte große Mühe, sie zu bändigen. Der Feind stund an jener Seite eines großenBaches, der seinen Ursprung von dem ungestümen Herabschusse des Gebirgwassers hatte,in Schlachtordnung. Es gieng eine hölzerne Brücke darüber, und die Mez icaner hättensie leicht abwerfen können: sie waren aber, wie Cortez erfuhr, Willens, den Feind wah-renden Ueberganges anzufallen. Unterdessen hatten sie das zahlreiche Heer, das ihnen dro-hte, kaum erblicket: so vergieng ihnen der Muth auf einmal, und sie liefen über Hals undKopf davon. Weil man sie nun mit Hülfe des Gehölzes beynahe in einem Augenblickeaus dem Gesichte verlor, und es ungewiß war, ob nicht unter der äußerlich anscheinende»Furcht eine List verborgen seyn möchte: so verfuhr Cortez mit aller Vorsichtigkeit. Als erdie steilen Ufer des Baches in Augenschein nahm, schätzte er sich für sehr glücklich, daß