Band 
Dreyzehnter Band.
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4'8 Reisen und Entdeckungen

Ferdinand mazin gerieth darüber auf den Argwohn, es müsse sein schlimmes Vorhaben schon verrathenLorle?. i;Lo.seyn; er hatte folglich das Herz nicht, vor dem Cortez zu erscheinen, und man merkete wäh-^ ^ ^ render Nacht, daß sich die Einwohner aus der Vorstadt in die Stadt begaben. Ungeach-

tet nun außerdem nicht das geringste vorgefallen war, was dem Generale eine Besorglnh-'keit verursachen konnte, so stellete er doch seine Völker noch vor anbrechendem Tage inSchlachtordnung. Mit Aufgange der Sonnen rückete er an die Stadt, und war Wil-lens , dieselbige bey Entstehung einer nähern Erklärung mit Gewalt anzugreifen. Aberes stunden zu seiner größten Verwunderung alle Thore offen, und ohne die geringste Wa-che. Man besehete sie, und das ganze Heer zog ohne Widerstand hinein. Cortez machtesich nichts destoweniger auf alle Fälle gefastet, und rückete ohne die mindeste Feindseligkeitzu erzeigen, in den Gassen fort. Endlich erreichete er einen großen Marktplatz, wo er solange in Schlachtordnung stehen blieb, bis seine Befehlshaber an den bequemesten Stel-len Hauptwachen errichtet hatten. Unterdessen kamen zuweilen einige Einwohner, wiewohlunbewaffnec, auch mit Zittern und Zagen zum Vorscheine. Weibespersonen sah man garnicht; und dieser Umstand vermehrte den Argwohn. Der Haupttempel lag auf einer An-höhe , davon man nicht nur die ganze Stadt bestreichen, sondern auch den größten Theildes Sees übersehen konnte. Hier mußte sich Alvarado, Olid und Diaz mit einer gutenAnzahl Tlascalaner und einigen Stücken fest setzen. Sie fanden den Ort, ohne Ver-theidigung , und wurden von der Höhe des Tempels einer großen Menge Volkes außerhalbder Stadt gewahr, davon ein Theil die Flucht nach dem Gebirge ergriff, der andere inihre Canote sprang, und nach der Hauptstadt eilete. Dieser Anblick setzeke die Falschheitdes Caciquen außer allem Zweifel. Cortez ließ ihn aufsuchen, und befahl, ihn vor das Heerzu bringen. Endlich erfuhr man, er sey nebst einer geringen Anzahl Soldaten, welche ihnnicht verlassen wollen, bey Nachtzeit zu dem mericanischen Heere entwichen. Der Adelund seine übrigen Unterthanen, die seine Grausamkeit vcrabscheueten, waren zum Theile inder Stadt geblieben, zum Theile hatten sie sich, unter dein Vorwande, ihm bey Gelegenheitzu folgen, an andere Orte zerstreuet. Sobald aber der Ruhestand durch des Cortez Vor-sorge, und seiner Völker bescheidene Aufführung wieder hergestellet worden war: so erfuhrman umständlicher, es sey besagter Cacique Willens gewesen, die Spanier durch verstellteFreundlichkeit sicher zu machen, sodann aber die mexicanischen Völker heimlich einzulassen,und ihnen allen mit einander in einer einzigen Nacht die Hälse zu brechen. Allein, es hat-ten ihm seine Gesandten eine dermaßen fürchterliche Beschreibung von der großen Machtdes Cortez gegeben, daß ihm der Muth entfallen sey. Da nun nachgehends seine Feinde ausVorsichtigkeit über Nacht vor dem Thore geblieben: so habe er daraus geschlossen, es müssesein Vorhaben schon verrathen seyn, folglich für das Beste erachtet, vor allen Dingen seineeigene Person in Sicherheit zu bringen, ohne sich darum zu bekümmern, was der Feindmit derStadt und den sämmtlichen Unterthanen ä) vornehmen möge.

Cortez setzet Dergestalt lieferte dem Cortez sein Glück eine große und zu seinen Absichten nothwen-«nen andern Stadt ohne Schwerdtstreich in die Hände; ja das Mißvergnügen der Einwohner über ih-Tezcuco" t'en Caciquen brachte sie gleichsam aus eigenem Triebe auf die spanische Seite. Die fol-gende

6) Ebendas. a. d. z8? und vorhergeh. S. wirket? die Bekehrung des jungen Caciquen, uitd

/) Ebendas. a. d. Z 90 S. cS nahm selbiger, als er die Taufe von des Oline-

»«) Ebendas. a. d. z§6 und vorhergeh. S. Er do Händen empfing, aus Liebe gegen den Cortez,