in America. V Buch. X Cap. 519
anderswo Rocou, oder es ist vielmehr der Stamm, daraus der Rocou bereitet wird)/). Beschreib.Vieh, Geflügel, Wildpräk, Mai; und Honig ist im zoquischen Bezirke etwas sehr gemei- vonNeuspa-nes. Ungeachtet das Land meistens sehr hoch und bergigt ist: so liegt doch Ococinqo ?^"'^in einem schönen Thake, darinnen viele Bäche zusammen kommen. Eben um dieser Ur-sache willen glaubete man auch, es werde sich zum Zuckerbaue nicht übel schicken. Zu desGage Zelten war man wirklich mit Errichtung einer Maschine, welche eben soviel als dieZuckermühlen zu Chiqpa dos Judos leisten sollte, beschäfftiget. Auch hatte man Weizenangebauet, welcher wohl fortfchlug, und vortrefflich befunden wurde.
Diesen Nachrichten wollen wir noch die Beschreibung deö Weges, darauf Gage von Weg desGageChiapa dos Jndos bis an die Gränze der Landschaft Guatimala reisete, anhängen, weildieselbe vielleicht von einem und dem andern Umstände einiges Licht geben kann. Die er- ^"
ste Tagereise betrug sechs Meilen, und brachte ihn nach Teopisca. Es ist eine große in-dianische Stadt, und haben die Einwohner nicht nur eine sehr schöne Kirche, sondern stemachen auch eine recht gute Musik in selbiger. Von hier gieng er nach Comitlan, einerandern indianischen Stadt, bemcrkete aber die Entfernung nicht. Eine Zeit von acht Ta-gen, die er mit Spazierengehen in die umliegenden Dörfer, und in das Thal Capana-bastlcr sehr vergnügt hinbrachte, lehrete ihn, wie er saget, man sey an diesem Orte in derWissenschaft des Epicurus eben so gut bewandert, als in dem besten europäischen Lande.
Auch meldet er, gleichwie wir anderswo schon erwähnet haben, es hätten die Spanier dieZurichtung einiger Speisen, davon ste vor der Eroberung nichts gewußt, von den Me°xicanern gelernet.
Von Comitlan ließ Gage sich nach Jzquintenango führen, Um sich daselbst mit al-lerley Bequemlichkeiten, ohne welche man über das cuchumatlanifche Gebirge selten reiset, zuversorgen. Es ist dieses indianische Dorf, das erwähnter maßen an der südlichen Gränzedes Thales Capanabastla liegt, eines der schönsten und reichesten in der ganzen Landschaft. Weildie Landstraße nach Guatimala vorbeygeht: so reisen die Krämer, die mit ihren Mauleselnim Lande herumziehen, unaufhörlich durch und bereichern es zum Theile mit Waaren zumTheile mit Gelde aus den entlegensten Landschaften. Es giebt hier vortreffliche Früchte, ab-sonderlich Ananas. Ungeachtet der Fluß nicht weit davon auf dem cuchumatlanischen Ge-biege entspringt: so ist er doch, in diesem Theile deö Thales, schon ziemlich breit und tief,und es kragen die Fahrzeuge, darinnen man die Reisenden übersehet, den Einwohnernnicht wenig ein. Gage nahm seine Herberge bey den Mönchen von seinem Orden, underfuhr daselbst, es habe der Superior dieses Klosters, um das BiSthum Chiapa zu erhal-ten , erst kürzlich sechstausend Ducaten nach Spanien gefchicket.
Die Bequemlichkeiten, damit man sich zur Reise über das Gebirge versorget, sindein Maulesel, ein Bette in einem ledernen Felleisen, ein Indianer, welcher den Reise-vorrath an Chocolate, nebst dem zu ihrer Bereitung erforderlichen Geräthe tragt, undendlich noch drey andere Indianer, welche sonst nichts zu thun haben, als die Reise zu er-leichtern , und alle Gefahr abzuwenden. Ungeachtet dieses Gebirge eine große Höhe zei-get, wofern man es in einer gewissen Weite betrachtet : so wäre es doch nicht unangenehm,zu bereisen, wenn nur nicht der Weg in der schönen Jahreszeit sehr höckericht, und wäh-render Regenzeit sehr tief wäre. Das erste Dorf, welches man darauf antrifft, heißeSr.
Ebendas.