Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
521
JPEG-Download
 

irr America. V Buch. X Cap. 521

„trunken hatte, und erzeigete es, wie er sagete, an den meisten übrigen Einwohnern des Dorfes Beschreib,„eben dergleichen Wirkung. Diese Nachricht machte mir einen solchen Abscheu vor dieser„Gegend, daß ich, aus Beysorge, ein ähnliches Uebel an den Hals zu bekommen, nicht das„geringste mit diesem Wasser zubereitete zu genießen beschloß. Unterdessen, da der Prior„mich versicherte, es schade nur auf den Fall, wenn es kalt getrunken werde, so genoß ich„in den fünf Rasttagen, die ich hier hielt, Chocolate. Chautlan ist zwar kein reicher Ort,

„doch giebt es einige indianische Kaufleute da, welche mit Cacao handeln, und ihn haupt-„fachlich zu Guchmepeque in der Landschaft Goconusco einkaufen. Andere handeln„mit irdenem Geschirre, das hier zu Lande verfertiget wird, und mit Salze, das sie des„Morgens am Ufer des Flusses abholen. Weil dieses Thal rings herum mit hohen Ber-„gen umgeben ist, so hat es ungemein warme Luft. Seine Früchte sind ihrer Schönheit„wegen berufen, und absonderlich schätzet man die Datteln für eben so wohl geschmackt, als„die in der Barbarey.

Von Scapula gieng ich nach St. Andreas, einem großen etwa sieben Meilen davon„entfernten Dorfe. Alle seine Merkwürdigkeiten bestehen in einer großen Menge Baum-„wolle, Vieh, und wälschen Hühnern. Hier endiget sich das Thal, und es stößt ein sehr„hoher Berg daran. Den folgenden Tag mußte ich mir diesen mühsamen Weg gefallen„lassen, wollte ich anders die neun starken Meilen, die'man von St. Andreas nach Ga-„cualpa oder mit einem andern Namen Ot. Maria de Zoiaba rechnet, zurück legen. Nach-dem ich diesen Ort vom Gipfel des Berges erblicket hatte, war es eben, als ob er immer„vor mir liefe. Denn der Weg zieht sich beständig schlangenweise am Berge herum, und„es schauerte mir die Haut über dem gräslichen Anblicke der Klippen, wenn ich ins Thal„hinab sah. Ich schickete einen von meinen Wegweisern voraus, der mir ein Paar Maul-esel mit einigen Indianern entgegen bringen mußte. Der Weg war ungemein rauh,

„schmal und hatte eine Tiefe von einer Meile neben sich. Ich wollte zu Fuße gehen, un-terließ es aber auf der Indianer Zureden, und bestieg einen von beyden Mauleseln, den„sie für höchstsirnftmüthig ausgaben. Aber kaum saß ich darauf, so schlug er wie rasend„hinten aus, und warf mich über die Felsen hinunter, das ist, dem unfehlbaren Tode in„den Rachen. Der Himmel fügete es, daß ich an einem Strauche hängen blieb. So-gleich riefen die Indianer: Wunder! Wunder! fielen auf die Knie vor mir nieder, und„küsseten mir als einem Heiligen die Hände. Einige liefen voraus inS Dorf, erzähleten„meinen Unfall, und brachten jedermann auf die Meynung von meiner unfehlbaren Hei-„ligkeit. Dieses trug mir nicht wenige Geschenke ein. Als ich meine Reichthümer in„dem dasigen Kloster meines Ordens überschlug, besaß ich vierzig Realen an Gelde, und wohl„eben soviel an Eyern, Honig, Zeugen, Obste und Geflügel. Das Dorf Zoiaba oder„Sacualpa war das letzte in der Landschaft, daraus ich reisete. Es schien sehr volkreich, und„die indianischen Einwohner vermöglich zu seyn. Von hier sind zwar noch fünf Meilen„bis an das Gebirge, das die Landschaften Guatimala und Chiapa von einander scheidet,

„das Land ist auch eben, allein cS wird nicht bewohnet,, 2).

Der

Indianer immerhin, obgleich aus einer unlautern „das Heft allezeit in Händen, und können mitAbsicht annehmen. „So lange als sie uns für „ihrer Person und ihrem Vermögen, „ach eigenem»Heilige ansehen, sagete er zu mir, behalten wir „Belieben schalten; damit gieng ich in die Kirche,Allgem. Reisebeschr. XIH Band. Uuu