in America. V Buch. X Cap. 525
größten Dörfern dieser Gegend, darinnen den 26sten des Heumonates ein sehr berühmter BeschreibJahrmarkt, den unzählig viele reiche Kaufleute besuchen, gehalten wird. Noch eine vonNeuspaMeile weiter verengert sich das Thal, und läuft zwischen einer gedoppelten Reihe Bergebis an die Hauptstadt fort. Dem ungeachtet bleibt der Weg beständig eben. Mankömmt unterdessen an das Dorf Zkscorenango, das seine Benennung von einer gewis-sen Frucht, welche Tocotta heißt, erhalten hat. Es ist dieses eine Art Pflaumen, diein dasiger Gegend in größter Menge wächst. Gage war kaum tausend Schritte weitzum Dorfe hinaus: so schien es ihm, die Hügel wichen, um ihm eine desto freyere Aus-sicht zu gönnen, aus einander. Nun hatte er nur noch zwo Meilen bis nach Guatimalazu machen, indem diese Stadt nicht über eine starke Tagereise weit vonsS. Martin liegt.
Weil sie sehr berufen ist: so vermuthete er nicht anders, als sie müsse mit einer starkenMauer befestiget seyn. Aber indem er sich noch immer nach dem Thore umsah, merketeer endlich, daß er schon mitten in der ersten Gasse sey, die ein ziemlich schlechtes Ansehenhatte. Doch er kam bald in eine breitere, und erblickete sogleich ein prächtiges Gebäude,welches denn das Kloster von seinem Orden war. Eigentlich ist sowohl diese, als die vorige Gaffenur die Vorstadt von Guatimala, oder genauer zu reden, ein Ueberbleibsel der alten Stadt ei).
Die neue heißt bey den Spaniern G. Zugs de Guatimala und liegt in einemThale, das nicht völlig eine Meile breit ist, und an beyden Spitzen durch hohe Gebirge ein-geschränket wird: es erweitert sich aber, jenseits der Vorstadt oder des alten Guatimala,wo das neue anfängt. Die Berge weichen allmählig immer weiter auf die Seite, undlassen bis aus Südmeer eine räumliche Ebene zwischen sich. Ungeachtet sie an der Morgen-site, so zu sagen, über der Stadt hängen: so hat man doch sehr bequeme Wege darübergebahnet. Wer an der Soconusco und Suchutepequeküste, das ist, an der nordwestli-chen Seite von Mexico herkömmt, der findet eine breite, ebene und sandige Straße":wer von Westen herkömmt, der findet dergleichen ebenfalls. Allein, auf der Sei-te von Chiapa, das ist, von Nordost muß man bereits erwähntermaßen über das Gebir-ge reisen, und von Osten gleichfalls. Im Süden, und Südosten, ist der Weg weit be-schwerlicher. Der Boden ist rauh und bergicht, und hier geht die Straße nach Comaya-gua, Nicaragua und Golfs Dolce. Die beyden zunächst an der Stadt und dem Thalegelegenen Berge nennet man Feuerberge, ungeachtet der eine diese Benennung mit Un-rechte trägt, und nach des Gage Ausdrucke, nur ein Wasserberg ist. Der andere hin-'gegen brennet wirklich, und wirft Feuer aus. Sie stehen an beyden Seiten des Thalesbeynahe schnurgerade gegen einander über. Der Wasserberg hat seine Stelle auf der Süd-seite und hangt beynahe schnurgerade über die Stadt. Der Feuerberg ist etwas niedriger,und der Vor- oder alten Stadt naher. Der erste ist höher, als der andere, und wegenseines beständigen Grünens sehr angenehm zu sehen. Er ist nicht nur mit vielem indiani-schen Korne angebauet, sondern auch bis an seine Gipfel mit vielen kleinen Dörfern besetzet,da man Rosen, Lilien und andere Bluhmen, nebst einem großen Ueberflusse vortrefflicher Früch-te findet. Die Spanier nennen ihn deswegen einen wasserspeyenden Berg, weil nicht
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ren mußte, und endlich vom Bischöfe die Erlaub- allerdings im Stande war, das, was er davon be-niß zn predigen erhielt u. s. w. Nur ist der von richtet, eben so gewiß zu wissen, als er es nach sei-thm verlangte Schluß daraus zu ziehen, daß er bey nem Versichern mit größter Aufrichtigkeit erzählet,seinem siebenjährigen Aufenthalte in diesem Lande 4 Cap.