Z54 Reisen und Entdeckungen
Beschreib, versichert, so giebt es in diesem weitläufigen Lande über vierzigtausend Kirchen, fünf undvonNeuspa-achtzig ansehnliche Städte, achtund fünfzig kleine, nebst einer unzähligen Menge Fle-st""' , cken und Dörfer. Zu den drey Landvogteyen, darein es getheilct wird, rechnet er auch
^ noch die von Hispaniola und von den philippinischen Inseln, darum, weil nach seinemVorgeben, der neuspanische Untertänig die Macht hat, die Stellen der verstorbenen Statt-halter und übrigen Beamten Vorsehungsweise zu besehen. Ohne diese aber sehet erdie Oberhäupter sowohl bey dem Gerichts - als Kriegeswescn, in noch hundert und fünf unddreyßig andern Städten , nach eigenem Belieben, und ohne den Hof deswegen zu befra-gen. Wasser nennet vierzehn, da er die königlichen Schaßmcisterstellen vcrgicbt. Allein,er zählet Manilla, St. Domingo, Havana und Portorico mit dazu. Die übrigen sindMexico, Guaxaca, Vera-Cruz, Merida, Guadalacara, Guatimala, Chiapa undDu-rango, San-Luis, Zacatccas und Tasco. Jedweder Oberschatzmeister in nur besagtenvierzehn Städten, hat seine Gerichtsbarkeit, darunter sehr viele Rentmeister stehen. Aufdiese Weife werden die Steuern, Aussagen und andere der Krone gebührende Gefälle alleJahre um die Zeit, wenn die Flotte aus Spanien ankommen sollte, zusammengebracht,und mit selbiger dahin abgeschicket. Das übrige, was die Regierung, die Handlung,den Gottesdienst und die Lebensart in diesem Lande betrifft, das wollen wir, jedwedes ineinem eigenen Abschnitte beybringen.
Anhang, die Landschaft Gnaz-aca betreffend.
<^>er Zweifel, den wir in einer für die Häfen dieser Landschaft gewidmeten Anmerkunggegen des Dampiers Nachricht gereget hatten, ist vom Lussan glücklich gehoben wor-den , und bedauern wir nur, daß wir seine Reisebeschreibung zu spät bekommen, und ausdieser Ursache die gegenwärtige Erläuterung nicht an ihrer gehörigen Stelle beybringenkonnten.
Den 28sten des Augustmonates im Jahre 1687 kam er in die Bay Tecoanrcpegne,welche von dem Hafen Guatulco, oder wie er ihn nennet, Vatulco H, zwanzig Meilen weitentferntet ist: hier stieg er aus, und reisete nach der Stadt, welche vier Meilen weit von der Bayliegt. Eine halbe Meile weit von besagter Stadt findet man eine Anhöhe, davon man sienebst acht rings um sie gebaueten Vorstädten übersehen kann. Anstatt des Schlosses hatsie eine sehr schöne Abtey, die man wegen ihrer Bauart eher für eine Festung, als für einKloster, halten sollte. Sie führet den Namen Gan FranciscO. In dem ganzen Strichevom Hafen Sonscmate, oder Dreyfaltigkeit, in der Landschaft Guatimala, bis an den zuAcapulco, fällt es unmöglich, anderswo, als in einer Bay, ans Land zu kommen. Ungeach-tet also die Salzbay nicht nur klein, sondern auch wegen der heftigen Brandung schwer zubefahren ist: so rechnet man sie dennoch für einen Hafen. Sie ist die erste auf die Son-jcmarebay folgende, und liegt zwanzig Meilen über dem Winde von der Tecoantepeque-bay, oder die es doch wenigstens kraft der spanischen Karten seyn sollte; denn eigentlich zu reden,ist sie dermaßen seichte, daß man in Zweifel geräth, ob man nicht schon auf dem Landesey?Sie stößt an einen kleinen See gleiches Namens, hing auch ehemals mit ihm zusammen:es ist aber voritzt die Mündung mit Sande verstopfet. Vorzeiten legete die acapulquischeGallione, wenn sie von Manilla zurück kam, da vor Anker, und wie einige Spanier dem
Lussan
«) Unter fünfzehn Grad fünfzig Minuten Nord- - 6) Rqveneau de Lussan am angef. Orte a.b.lich. 2,76 S.