556 Reisen und Entdeckungen
beschreib. Reise weiter fort, und kamen erstlich nach Chiapultepegue, sodann nach Culhuacan, undvon Neust,«» endlich an den See, wo sie eine Stadt, welche das heutige Mexico ist, erbaueten. Car-^
viel- _, xeri hat seinem Buche die Abbildung eines alten mexikanischen Gemäldes einverleibet, dar-
' * auf der Weg, den besagte Leute nahmen, vorgestellet wird. Dabey sind noch verschiedene
Bildschriften, welche theils die Namen der Orte, theils andere Umstände mehr nl) bedeu-ten. Der mexicanische Verfasser wollte damit beweisen, es reiche das Alterthum seinesVolkes bis an die Sündflmh, und es habe die Stadt Mexico ihren Anfang in dem Jahre,das bey den Einwohnern (Dineccagli Heißt, und mit dem 1525 Jahre nach Erschaffungder Welt überein trifft, genommen. Allein, da diese Zeitrechnung zwischen der Sünd-siuth und dem Erbauer ihrer Stadt nur so wenige Jahre zahlet: so kann sie unmöglichrichtig seyn.
Ursprung der Alle spanische Geschichtschreiber halten es für ausgemacht e), Neuspanien sey anfäng-neuspamschen lich von Wilden bewohnet gewesen; diese Leute hätten sich im Gebirge aufgehalten, und we-Eimvvhner. Ackerbau getrieben, noch den geringsten Gottesdienst, oder ordentliche Einrichtung ge-habt , sondern von der Jagd und Wurzeln, davon denü auch ihre Benennung (Otonuesund Chichimeques entstanden sey, gelebet, des Nachts aber in Holen oder im Gebüschegeschlafen. Die Weibeöpersonen beschäffrigten sich auf eben dergleichen Weise, und ban-den unterdessen ihre Kinder an Bäume. Dergleichen Leute giebt es in Neuspanien nochheutiges Tages. Sie leiten ihr Geschlecht vom Coxcox und der Chichequetzal her, und ver-langen ihre rauhe unfruchtbare Gegend mit keiner bessern zu verwechseln. Sie leben bloßvon dem Wilde, das sie erlegen, und versammeln sich in keiner andern Absicht, als umdie Reisenden todtzuschlagen und zu plündern, und da sie ihre Zuflucht in ungeheuer dickeWälder nehmen können: ss ist es den Spaniern bisher nicht möglich gefallen, sie zubezwingen.
Unter den vorhin erwähnten fünfzehn Hausvätern, beschlossen ihrer sieben, eine bessereGegend aufzusuchen; und weil ihre Nachkommen weit artiger und geselliger sind, als dieChichimequen, so nennet man sie zum Unterschiede Navatlaquen. Besagte Leute nun kamen,nach dem Berichte eben dieser Geschichtschreiber, aus einem entferneten nördlichen Lande her,welches man für das heute zu Tage also genannte Aztlan oder Teukul in Neumerico hält.Es lassen einige sie im Jahre 820 aus diesem Lande abreisen, und anfänglich achtzig Jahrelang in der Irre herum ziehen, sodann aber die Gegend von Mexico finden, welches folglich imyOO Jahre geschehen wäre. Allein,es stimmet dieses Vorgeben weder mit dem Gemälde, noch mitder mexikanischen Geschichte überein. Die Ursache, warum sie auf ihrem Zuge öfters stille liegenmußten, war der Gehorsam gegen ein gewisses Götzenbild; denn dieses befahl ihnen, balddiesen, bald jenen Ort zu bevölkern, und es bestimmete die Zeitzum Aufbruche. Sie kamen nichtalle mit einander an den mexikanischen See. Die Suchimilquen, welches Wort Blumengartnerbedeuet, waren die ersten, welche sich an dem südlichen Ufer niederließen, eine Stadt daselbst cr-baueten,und sie nach ihrem Namenbcnenneten. Diezweyten warendieChalguen,das ist, dieMaulleute. Sie kamen lange hernach, und erbaueten ihre eben also benannte Stadt un-weit Suchimilco., Hierauf kamen die Tepeanequcn oder Brückenleute, und vernichtetensich dermaßen, daß ihre vornehmste Stadt Azcapuzalco, das ist, Ameisenhaufen benen-net
Carreri bekam diese Abbildung zu Mexico bild, als einen kostbaren Schah verwahret. Dievon Don Larlos ve Siguenza, welcher dasUr- Linie bedeutet den Weg, den die Stifter der Stadt
zogen/
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