z84 Reisen und Entdeckungen
Beschreib, anderes Räucherwerk, als Harz, gebrauchten: so wurde ihre von Natur gelbe GesichtsfarbevonNeuspa- beynahe in ein völliges Schwarz verwandelt. Wollten sie diejenigen Götzen verehren, dienien. ihre Stelle in Kellern, in dickem Gebüsche oder auf einem Berge hatten: so bereiteten sie
'-sich dazu durch Beschmierung mit einer Salbe, die aus der Asche von allerley giftigen Thie-
ren , imqleichen aus Taback Md Lolche verfertigt wurde 2 ). Dieses Besolden erhub sienach der Einbildung des gemeinen Volkes über andere Menschen, und brachte sie in den Um-gang mit den Göttern. Ja, wie es scheint, so glaubeten sie es selbst, als etwas ganz un-streitiges: denn sie fürchteten sich vor nichts mehr ; nach ihrer Einbildung mußte die ganzeNatur Ehrerbiethung für sie tragen, und also wägeten sie sich im festen Glauben, es könneihnen kein reißendes Thier, weder Löwen, noch Tieger, noch Bären das mindeste Leid zu-fügen , bey Nachtzeit in die dickesten Wälder. Eben diese Salbe gebrauchten sie auch zurStärkung der Kinder, und als ein Genesungömittel für die Kranken. Die ganze Nation rüh-meke die treffliche Wirkung. Nach dem Urtheile eines gewissen Geschichtschreibers konntedie Salbe allerdings, sowohl wegen des Tabaks, als wegen der übrigen beygemischten Din-ge, als welche meistentheilö heilsam waren, eine gute Wirkung erzeigen.
Mexikanische Innerhalb der Ringmauer des großen Tempels zu Mexico stunden zwo Klöster, oderKlöster. Häuser, darinnen man von der Welt abgesondert lebete. Eins war mit jungen Mägdchenvon zwölf bis dreyzehn Jahren besetzt, das andere mit Knaben. Beyderley Personen wa-ren zwar zum Tempeldienste da, wohneten auch einander gerade gegenüber, konnten abernicht zusammen kommen. Sie hatten ihre Aufseher von eben demselbigen Geschlechte.Das Amt der Mägdchen war, für die Götzen, das ist für die Priester, zu kochen; indemdiese letzteren nichts, als was vor den Altar gebracht worden war, essen durften. BesagteSpeisen bestunden meistentheilö aus Gebackenen; einiges war wie Hände oder Füße gestal-tet, anderes war gefüllet. Man nahm gemeiniglich Honig und Maiz dazu, und zuweilenkochte man sie mit Gemüse und allerley Krämern. Wenn die Mägdchen in die Diensteder Götter traten: so schor man ihnen die Haare ab; nachgehends aber war es ihnen erlaubt,sie wieder wachsen zu lassen. Bey der Nacht mußten sie aufstehen, ihr Gebeth verrichten,und sich blutig ritzen. Das Blut strichen sie zwar an ihre Wangen, wuschen es aber miteinem von den Priestern geweiheten Wasser sogleich wieder ab. Ihre Kleidung war einweißer Rock. Sie mußten für den Tempel spinnen und weben. Dabey wurden sie scharfgehalten, und für den geringsten Fehler auf das härteste bestraft. Vergaßen sie ihrer Eh-re , so hatten sie den gewissen Tod zu erwarten. Hatten die Mäuse oder Ratten irgendetwas im Tempel zernaget: so glaubete man, der Himmel gebe durch dieses Zeichen seinenGrimm zu verstehen, und es müsse unter den jungen Nonnen eine Unordnung vorgegangenseyn. Man forschete nach den Schuldigen; unglücklich waren diejenigen, auf welche eini-ger Verdacht fallen konnte. Es wurden keine andere, als aus Mexico gebürtige Mägdchen,
in
r) Acosta theilet uns dieses seltsame Recept nach Mischung sehten sie noch das Mehl von einem ge-aller Länge mit. Sie ließen, saget er, Spinnen, wissen Samen, Namens Glolucbqui, bey, ausScorpionen, Asseln, Molche und Vipern durch welchem die Indianer ein Getränk, das ihnen al-junge Knaben fangen, verbrannten sie in der Tem- lerley wunderliche Vorstellungen im Kopfe machet,pelglut zu Asche, und thaten sie nebst vielem Tabak verfertigen; indem dieses Kraut die Kraft hat, denin einen Mörser. Gleichfalls warfen sie einige le, Mensche» seiner Sinne zu berauben. Auch stießenbendige Scorpionen, Spinnen und Asseln dazu, sie im Mörser, zugleich mit der Asche, gewisse schwar-und mischten alles wohl durcheinander. Dieser ze haarige Würme, an welchen bloß die Haare gif-