Band 
Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. X Cap. 58;

in dieses Kloster aufgenommen. Sie blieben ein Jahr darinnen, und verheirateten sich Beschreib,hernach. - vonNeuspi»-

Die Jünglinge mußten achtzehn bis zwanzig Jahre alt seyn. Man schor ihnen eineKr one, und trugen sie die Haare an der Seite des Kopses nicht länger, als bis an die hal-ben Ohren. Am Hinterhaupt aber so lang, daß man sie in einen Zopf flechten konnte.

Ihre Anzahl war fünfzig, und ihr Klosterleben dauerte, gleichwie bey den Mägdchen,zwar nicht langer als ein einziges Jahr: allein, sie mußten diese Zeit über die Gesetze derKeuschheit, des Gehorsames und der Armuth auf das strengste beobachten. Uebrigens wares ihre Schuldigkeit, den Priestern bey allen zum Gottesdienste gehörigen Verrichtungen andie Hand zu gehen. Sie kehreten die heiligen Oerker aus. Sie legten Holz an die Glut,welche vor dem Hauptgötzen ohne Unterlaß brannte. Die Sittsamkert wurde ihnen so scharfeingepräget, daß sie in Gegenwart einer Weibesperson nicht einmal die Augen aufschlugen.

Sie sammelten Almosen von Hause zu Hause in der Stadt. Bey dieser Gelegenheit gien-gen allezeit vier oder sechs mit einem demüthigen Wesen und bußfertigen Gesichte, Mitein-ander. Bekamen sie nichts, so war ihnen erlaubt, so viel zu nehmen, als sie essen konnten;dsnn weil sie Armuth gelobet hatten, so wurden ihre Bedürfnisse als jederzeit höchst drin-gend angesehen. Nebst dem wußte man auch, daß sie ohne Unterlaß Buße wirketen. Beyder Nacht mußten sie aufstehen, und die Trompeten und andere Instrumente erschallen las-sen. Damit die Glut nicht verlöschen möchte, so mußten sie Wechselsweise bey dem Götzenwachen. Bey dem Räuchern der Priester waren sie gegenwärtig, und traten hernach gleichdenselbigen in einen für sie bestimmten Ort, woselbst sie sich mit Pfriemen blutig stachen,und mit dem Blute die Schläfe bis unten an die Ohren bestrichen. Ihr Gewand war einhärener, aber sehr rauher Sack.

An gewissen Jahresfesten kamen sowohl die Priester des Haupttempels, als die sämmt-lichen jungen Klosterbrüder, an einem rings herum mit vielen Stühlen versehenen Orte zu-sammen. Hier zapften sie sich mit Hülfe spitziger Kieselsteine und anderer scharfen Werk-zeuge , in der Gegend zwischen dem Schienbeine und der Wade, eine Menge Blut ab,womit sie nicht nur die Schläfe, sondern auch die Werkzeuge bestreichen mußten. Die blutigenMesser steckten sie hernach in runde Strohwische, und legten das Stroh zwischen die Zinnendes Tempelhofes, damit das Volk ihren Eifer in Bußübungen daraus beurtheilen konnte.

Der Ort, da sie sich nach dem Blutabzapfen badeten, trug den Namen Ezapan, das ist,

Blutteich. Weil kein Messer öfter als einmal gebrauchet wurde: so hatten sie eine großeMenge im Vorrathe. Vor eben diesen Festen beobachteten sie fünf bis sechs Tage lang, ein sehrstrenges Fasten; sie schliefen wenig, und peinigten ihren Leib durch öfteres Geißeln. Bereitserwähntermaßen pfleget« das gemeine Volk bey feyerlichen Umgängen, absonderlich aber amToxcoatl oder Jubelfeste eben dergleichen vorzunehmen. Die Geißel wurde aus Maguey 0),

und

tig sind. Alles dieses machten sie mit dem Schwär- furchten sie sich vor nichts, sondern sie wurden sehrzen, das ist mit dem Rauche von Harze zu einem grimmig. 5Buch 26 Cap. Herrera saqet, gleichwieTeige, fülleten kleine Töpfe damit, und stelleten wir schon angeführt haben, die Salbe wäre helldie Topft vor den Götzen hin, indem sie sagten, und fleißig gewesen.

das wäre seine Speise. Auch nenneten sie dieses a) Der Ueberseher d«S Herrera giebt es fürGemische in ihrer Sprache wirklich Götteressen, da« Ononir oder Onanie, stanz. ärreteboeuLWenn sie mit diesem Teige beschmiert waren, so aus.

Allgem. Reisebeschr. XIII Band. Eeee