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Dreyzehnter Band.
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Reisen und Entdeckungen

Beschreib. Jene sangen, diese antworteten. Waren sie in großer Anzahl, so Macheten die hinterstenvonNeuspa- eine,, Kreis, damit sie den andern gerade gegenüber kamen. Dergestalt trieben sie es viermen. hjZ fünf Stunden lang, ohne die geringste Müdigkeit blicken zu lassen, in einem Stücke' " ^ fort. Gleichwohl waren die Bewegungen zuweilen sehr hurtig, und stimmeten mit der

abwechselnden Lebhaftigkeit der Musik überein. Zwar durste man vom Tanze weggehen,und sich erquicken: es mußte aber geschehen, ohne den Takt zu brechen, gleichwie man dennauch bey der Wiederkunft sogleich wieder einfallen mußte. Zuweilen erschienen Maskenund lustige Personen, mischeken sich unter die Tanzenden, machten allerley Lustsprünge, undbrachten allerley lächerliche Dinge vor , oder sie äffeten die Gebärden und die Mundart an-derer Völker oder alter Weiber nach, stelleten sich, als ob sie besoffen oder närrisch wä-ren u. s. w. Nach dem Geständnisse eines gewissen Geschichtschreibers gefiel dieser Tanzden Spaniern noch besser, als der grenadische Zambra e) . Motezuma machte sich zumöftern, wiewohl nicht öffentlich, das Vergnügen, daß das schönste und vornehmste Frauen-zimmer seines Reiches auf diese Weise vor ihm tanzen mußte /).

Mftote, ein Herrera gedenket eines andern noch feyerlichern Tanzes, welcher Mirore^) hieß, inTanz. den Tempelhöfen aufgeführet wurde, und wie er saget, etwas so edles an sich hatte, daßdie Kaiser selbst sich ohne Bedenken mit darunter mischeten. Man schloß zween großeKreise, und stellete die Instrumente in die Mitte. Der innere Kreis bestund aus denGroßen des Landes, aus den Aeltesten, und überhaupt aus vornehmen Personen; zu demzweyten Kreise gehöreten die angesehensten unter dem gemeinen Manne, die sich mit Federnund anderm Geschmeide nach allem Vermögen aufpuheten. Jedermann wurde zu die-sem höchstbeliebten Tanze von Jugend auf angeführet. Manche stunden auf dem Bilde«ines Menschen oder Thieres, oder auf einer Säule; in dieser Stellung sangen und tanze-ten sie mit größter Richtigkeit und Airmuth, ohne weder in ihren Bewegungen noch im Tone,aus der Ordnung zu kommen. Andere stiegen auf Stöcke, hielten sich gerade, und machetendabey mit Händen und Füßen allerley lustige Wendungen. Noch andere legten ihre Hän-de unter die Fußsohlen, bogen sich rund zusammen, bewegeten sich mit erstaunlicher Hur-tigkeit, schwangen sich in die Luft, und fielen wie ein Klotz auf den Boden herab. End-lich so beschwerten sich andere auf der Achsel und Brust mit schweren Gewichten, machtenaber nichts destoweniger gewaltige Sprünge, hüpften und tanzten, als ob sie nicht das ge-ringste

e) Ebendas. „che Heiden. Denn sie bethen unsere Heiligen-

Ebendas. „bilder eben also an, als ob sie Götter waren.

Z-) Eben diesen Namen giebt er, an einem an- „Die Pfarrer leiden das, und sagen, es sey dochdern Orte, allen mexieanischen Tänzen über- „gleichwohl besser, als wenn sie gar nicht getauftHaupt. „wären; der Heilige, den sie «»betheten, werde

/>) Eben dieser z Dec. r. B. iz Eap. „Mitleiden mit ihnen tragen, und um seines Bil>

r) Solls z B- 16 Cap. „des willen, sie befreyen. Eben dergleichen wich-

ä) Lorreal, ein spanischer Reisender, rechnet „tige Fehler übersehen auch die Missionarien, bloßunter die Ursachen, warum die amerieanischen In- „aus Begierde fein viele Beute zu bekommen, obdianer seinen Landesleutcn so gehaßig wären, auch „sie gleich zuweilen für diese Begierde schwer genugdiese«, weil sie, anstatt der ehemals gebräuchlichen „büßen. Denn die Wilden haben nicht allemalLeibesübungen, einen abgeschmackten Mischmasch „Lust, sich zu bekehren, sondern schlagen ihre Ve-einfaltigcr Possenspiele eingeführet hätten: Er sa- „kehrer todt. Daher kömmt es, daß ihre Predi-get: „alle Indianer, die sich zum Christenrhume be- „ren voll Zothen und abgeschmackter Possen sind.„kennen, sind dem ungeachtet in der That wirkst- „An Festtagen gehl es noch ärgerlicher zu. Als

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