in America. V Buch. X §ap. 601
rmgste trügen . Sehr oft versammelte sich das Volk entweder auf einem Marktplätze, Beschreib,oder auf der Tempeltreppe, und schössen in die Wette nach der Scheibe, oder zeigctcn ihre vanNeuspa«
Geschicklichkeit im Bogenschießen auf andere Weift. Man lief in die Wette, man rang _,
unter mancherley Bedingungen, und eö wurde dein Ueberwinder auf gemeine Kosten einPreis gereichet. Zu Mexico giengen wenige Tage ohne eine Lustbarkeit von dieser Art vor-bey. Die meisten davon hatte Motezuma selbst erfunden, indem er sie wegen des unru-higen Geistes seiner Unterchanen, denen er nicht recht trauen durfte, für nöthig hielt»).
Nachgehends wurden sie, den Spaniern zu Ehren, noch prächtiger und öfter angestellet.
Doch so wohl als sie ihnen anfänglich gesielen, so geriethen sie doch unter ihrer eigenenRegierung allmählich in gänzliche Vergessenheit ä).
Weil immer eine Landschaft nach der andern dem Reiche einverleibet wurde: so ist eskein Wunder, wenn ihre Gesetze und Gebräuche einen merklichen Unterschied zeigeten. Daseinzige Stück, in welchem eine völlige Gleichheit herrschete, war der Gottesdienst, wiewohldie Ursache davon vielmehr in der Staatsklugheit der Kaiftr, als in der Neigung der Un-terthanen , oder in der Ueberredung zu suchen war. Also beobachtete man zum Beyspicle Erbschaften,in der Hauptstadt und dem dazu gehörigen Bezirke bey Erbfällen die Grade der Bluts-freundschaft. Der älteste Sohn trat in alle Rechte seines Vaters, wofern er anders imStande war, sie zu behaupten; wo nicht, so trat der zweyte Sohn in ftine Stelle. Wa-ren keine Söhne da: so siel die Erbschaft an die Enkel; und in Ermanglung derftlbigenan des Vaters Brüder. Waren keine mehr am Leben: so schritten die sämmtlichen Un-terthanen zur Wahl, absonderlich bey solchen Herren, welche eine gewisse Statthalterschafterblich besaßen. Sie suchten hiezu den würdigsten aus, und glaubeten, man muffe mehrauf das gemeine Beste, als auf die Gerechtsamen einer entfernten Anverwandtschast sehen.
In den Landschaften Tlaftala, Guacoxingo und Lholula beobachtete man eben dieseRegel, nur mit dem einzigen Unterschiede, daß derjenige, welcher in die Stelle des wirklichenBlutverwandtens trat, eine strenge Probe ausstehen mußte. Er mußte auf öffentlichemMarktplätze hintreten, und alle Beschimpfungen, die man ihm anthat, mit größer Ge-lassenheit ertragen. Nachgehends wurde er in den Tempel geführek. Hier brachte er ei-nige Zeit mit strengen Uebungen zu, und sein ganzes Thun und Lassen war in allen Stü-cken das Gegentheil von dem, was die gemeine Gewohnheit erforderte. Wenn das Volk
zum
„ich am Fronleichnamstage zn Carthagena war,„hatte ich genügsame Gelegenheit, zu sehen, wie„sehr man diese heilige Ceremonie an diesem Orte„entweihete- Es giengen verlarvte Kerlen mix die„allerley Assen spiel trieben- Einige überpurzelten^„si'ch vor dem Hochwürdiqcn, andere gaukelten„auf den Händen. Man trug eingewindelte Ka-„hen und Schweine daher, die mit ihrem Gemau-„ze und Gegrunze währenden Singens einen sehr„unanständigen Ucbelklang erweckete». Eben so„erbaulich war auch das Degräbniß unsers Herrn,„und die übrigen Ceremonien in der Charwochr„beschaffen- Bald hätte ich die Weihnachtsmesse„vergessen. Bey dieser tanzete alles, die Mönche„eben sowohl als weltliche Personen nach dem
Allgem. Reiftveschx. X1U Land.
„Klänge her Instrumente, durch einander, ,mdj,machtm eben dergleichen Gebärden und Stellun-gen, als man bey dem Vermummen auf den Fast-„nachtölustbarkeiken zu thun pfleget Einige sind als„Teuft! verkleidet, andere als Engel. Die Engel„und Teufel belegn: einander gemeiniglich mit den„gröbsten Scheltwörter,, und schlagen sich mir tro-ckenen Fäusten wacker herum: endlich aber ziehe»„die Teufel den Kürzern und müssen weichen,„u- s. w- Diese Festtage gefallen den Indianern„um soviel weniger,weil man ihnen dabey Sgnu,„Der und HeiligenBilderchen für hohe Bezahlung„mit Gewalt aufdringt. „ Reisen Losn) Lor-reals io und n Cap.
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