Zo8 Auszug der Geschichte
Denkwürdige Begebenheiten
1679.
Der Tractat von Niemwegen zwischen dem Kaiser und Frank-reich wird den 5. Februar unterzeichnet. Er ist von dem Münsterischenblos darin» unterschieden, daß Frankreich anstatt Philipöburg, wel-ches dem Reiche verblieb, Freyburg behielt; Frankreich versprach auchden Herzog von Lothringen wieder in sein Herzogthum einzusetzen , aberauf so harte Bcdingnifse , daß dieser Prinz lieber in einer Art von Exilioleben , als auf solche Weise regieren wollte. Endlich machte sich derKaiser seines Orts durch einen besondern Tractat mit Schweden anhei-schig dieser Krone wieder zu den Provinzen , welche ihr die NordischenAlliirten weggenommen hatten, zu verhelfen , und die SuverämtätS-rechte des Herzogs von Hollstein Gottorp gegen die Krone Dänemarkzu unterstützen. Die StaatSunierhändler, welche diesen Frieden ge-flossen hatten, waren von Seiten des Kaisers: der Bischofs von Gurk,und der Grav von Kineky; von Seiten Frankreichs : Der Marschallvon Estradce, und der Herr Colbert von Croifsy, und von SeitenSchwedens Oxenstierna und Olivencranz.
Der Reichstag genehmiget undratificirt den Nkemweger Frie-den , nachdem sich der Kaiser entschuldiget, daß er solchen ohne Zuzie,hung der Stande geschlossen hätte. Der Herzog von Lüneburg, derBischofs von Münster, der Churfürst von Brandenburg, und der Königvon Dänemark weigerten sich, die sie betreffende Bedingnisse anzuneh-men. Frankreich schickt seine Völker in Niedttsachsen , und die Chur-fürsten von Sachsen und Baiern machen zu Aufrechthaltung des Niem-weger Friedens einen Bund.
Die Herzoge von Braunschweig und Lüneburg tretten demsel-ben mittelst eines Traetats vom r6. Februar bey. Sie gaben den Schwe-den das ganze Herzogthum Bremen, bis auf die Aemter Dovern undTedinghausen wieder, und erhielten von Frankreich noch eine Summe
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