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durch eyffriges Gebett GOtL dem HErren anbefohlen :Und damit das Geschirr eines so hochen Werths nicht ver-kehren gierige/ wurde befohlen alle Außgäng deß Llostersaufdas fleißigste zu verwahren/ daß also der Thäter nichtentrinnen möchte. Der Armseelige/ den die Schuld deßeygenen Gewissens schwärlich plagte/ sahe daß unmöglichzu entgehen/ wie er gewünscht hatte; Was Forcht/ wasSorg/ was für unterschidliche Gedancken in deß schuldi-gen Gemüth sich regten/ ist leichter einzubilden als zuschrei-ben. Endlich faßte er den Schluß sein Zuflucht bey demharmhertzigen Vatter udalrico zu nemmen / als demeintzigen Trost in diser Sach; begibt sich demnach zu Jhme/bekennte sein Schuld / eröffnet mit vilen Seuffzeren seineMißhandlung/ nimmetdie Artzneyder Büß williglichauf/und gibt Jhme zurück den entwehnten Kelch; welchen auchder gütige Mann GOttes angenommen / aber heimlich/ohne wissen ewiges Menschen / unter die Erden vergrabenund verborgen. Deß anderen Tags in öffentlichem Ca-pital/ nachdem er demüthigst Erlaubnuß begehrt/ sagte©v daß Jhme offenbahret worden wegen der verlohrnerSach halben; nähme deßhalben etliche auß den Brüderenzusich / begibt sich zu dem Orth / allwo Er mit Fleiß hinund wider gegraben / endlich in dem gewissen Orth das ge-heiligteGefäß herauß gezogen/ und dem Schatz der Kir-chen wider zugestellet. OhneZweiffel verdiente der seeligeMann die Gnad von GOTT durch feine Gütig - undMildtigkeit/ daß© nicht allein den Schaden derKirchmabgewendet/ sondern auch zu verbergen gewüßt deß Bru-ders Laster mit einer heimlichen Büß zu reinigen; derMann GOttes war heilig lüstig / und indem Er betrach-tete/ daß die Gebrechlichkeit der Menschlichen Natur
leicht-