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das freundlichste / liebkosete Jhne in alle Weeg mit derrsüstesten Anreden/ pflegte seiner/ und bewürthete Ihn mitaller gebührend- und gezimmender Höflichkeit. Den fol-genden Tag wurde er wider mit allen Liebs -Bezeügungenentlassen. Durch Göttliche Eingebungen bewögt/ fiengediser Priester an mit sich und in sich selbsten zu erwögen /wie höflich/ wiegütiglich/ wiefreundlich er von disenauf-genommen und bewürthet worden / welche er kurtz zuvormit den scharffen Pfeilen feiner verleümbderifchen Wortenzu bestreikten kein Scheuen getragen/ bereuete derohalbeninnerlich seinen groben Fehler / veränderte den gehabtenHaß in Liebe / die Verleümbdung in das Lob/ dieFeind-sthafftin den Friden. So bald er nacher Hauß kommen/und den nächsten Sonntag die heilige Meß in Beyseyn deßVolcks gehalten/ hat er die Mönchen Christi/ dieer zuvoröffentlich vcrschreyet/ mit grossem Lob erhebt; Er wider-ruffte seine Ehren-rührische Wort/ erkennete sich öffent-lich schuldig / und bittete demüthig G-Ott/ Er wolle ihmedurch das Gebett seines Volcks die Band seiner Missethatauflösen. Inskünfftig war er mit aufrichtiger/ beständi-ger Liebe feinem Aufnemmer / wie auch übrigen Brüderenzugethan / lobte sie öffters vor seinen Schaflein wegenIhrer Beständigkeit in der Gedult und Liebe / ja hat sichin allweeg mit seinen Pfarr - Kinderen zu Erbauung deß!Alosters beflissen Hilff zu leisten. Und also verdiente dieFrombkeit deß Manns GQttes / also sein Gedult/ alsofein Demuth belohnet zu werden; welcher seinen Feind liebtewegen GQtt / dahero Er Jhne gewisser und bester überwun,denmit Lieben/ als mitHassen/ deme Er auch inskünfftig/wann es die Gelegenheit gegeben / Guts zu thun nicht,aufgehöret.
Da