Band 
Erster Band
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Athanas von Morigin. 2z

ger, und seine Handarbeit noch ermüdender einzu-richten.

In dem General Capitel i6zo. blieb er Prior vonSt. Remi, und ward Visitator der Provinz von Frank-reich. Diese Stelle, die er schon zweymal 1625.und 1627. bekleidet hatte, verminderte seine tiefe De-muth im geringsten nicht. Er verrichtete seine Unter-suchungen nicht anders als zu Fuß , oder auf einemLastthicr, welches diese Tugend bey ihm zu erkennengab. Wenn er zu Paris ankam, so stieg er ab, triebseinen Esel vor sich her, setzte sich dem Gelächter desPöbels aus, und schätzte sich für sehr geehrt, wenn ervon den Menschen verachtet wurde, wenn er nur dieunbegreifliche Demuth des Sohnes GOttes nachah-men könnte. Einstmal wurde er in diesem Zustandevon einem Bedienten der Herzoginn von Guise ange-troffen, der man es bald hinterbrachte. Diese Prin-zessinn , die ihn schon für einen Heiligen erkannte,hegte noch eine stärkere Hochachtung für ihn; sie be-suchte ihn, um das Vergnügen zu haben, ihn vonGQkt reden zu hören.

So lang seine Visitationen dauerten, ließ er alle-zeit einen brünstigen Eifer für die Aufrechthaltung derordentlichen Klosterzucht blicken. Wenn er in einemKloster einige Nachläßigkeit wahrgenommen hatte,so gab er dem Prior und dem Lehrer der Weltweisheit,welcher Ursache davon war, einen harten Verweis.Es wäre besser, sprach er, daß weder Wissenschaftennoch Gelehrte in der Congregation angetroffen würden,als daß man Freyheiten in solche einführe, die den Re-geln zuwider wären. Die Liebe gegen die Armenschärfte er den Obern am meisten ein. Er konnte esnicht leiden, daß man die Armuth des Hauses vor-schützte: er wollte, man solle borgen, um Ällmosen zugeben. Dieß that er selbst zu Corbie, um Korn zuB 4 kaufen,