76 Dom Gregor Tarisse.
als er. Er ließ nie geschehen, daß man seinetwegeneinigen außerordentlichen Aufwand machte. Er sagtedeßwegen , das Gut des Klosters dürfe nicht zu un-nöthigen Dingen verwendet werden; das Blut derArmen schreye GOkt um Rache an wider diejenigen,welche unnöthigen Aufwand machten, und es wärefür Ordensleute, welche das Gelübde auf sich nehmen,die fceywillige Armuth des Sohnes GOttes nachzuah-men, eine Schande, daß sie wie reiche Leute gehal,ten würden. Er wurde überdieß zu dieser Tugendnoch aus Mitleiden gegen die Armen beweget. Ergab Befehl, daß man allenthalben sehr besorgt seynsollte, ihnen beyzubringen, so gar über das Vermö-gen der Klöster, und daß man in diesem Stück mehrim Uebermaaß und verschwenderisch, als allzusparsamaustheilen sollte, nach dem Beyspiel unserer Vorgän-ger , welche wegen einer heiligen Ueberlieferung in demBenedictinerorden die Armen allezeit sich anempfohlenseyn lasten. Was ihn betraf, so wies er keinen ab.
Sein Eifer für gute Ordnung und Klosterzuchkmachte, daß er jeden Obern besondere Erinnerungengab, ohne die Untern zu vergessen. Wenn sie an ihnschrieben, so machte er sichs zum Gesetz, ihnen dieAntwort nie schuldig zu bleiben, so sehr ihn auch dießermüdete. Er sah diese Obliegenheit als ein Stück sei-nes Amtes an, das er bloß aus Gehorsam angenom-men hatte. Er hat eine erstaunliche Menge Briefegeschrieben, die alle voller Gottseligkeit, Salbungund Weisheit sind; alles war darinnen einfältig, abernachdrücklich. Diejenigen, die er an Weltliche schrieb,waren ehrerbietig und höflich , und gewannen die Her.zen durch die Aufrichtigkeit und Redlichkeit, die dar-aus hervor leuchtete. Wenn er mit ihnen etwas zuschaffen hatte, so zeigte sich seine Klugheit in ihremvölligen Glänze.
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