r Dom Gregor Tariffe 75
Als die Congregation von St. Maur in die Klö-ster Frankreichs eingeführet wurde, so waren sie meh-rentheils so wohl durch die Kalvinisten als durch dieNachläßigkeit der Aebte zu Grunde gerichtet; und dieandern kamen ins Abnehmen. Kurz darauf, da DomTange zum General erwählet worden , schickte er inalle Klöster der Congregation einen Ordensmann , derein geschickter Baumeister war, um daselbst Grundrißstund Modelle von den zu errichtenden Gebäuden aufzu.nehmen. Er ließ deren gegen zwanzig ganz neu auf-bauen , ihrer mehr als fünfzig wieder ausbessern. Daer zum Bauen die Erlaubniß gab, so konnte er nichtleiden, daß man ausborgte noch etwas von dem zurUnterhaltung der Ordensleute gewöhnlichen Aufwandabzunehmen. Er wollte nie, daß bey den neuen Ge-bäuden etwas angetroffen würde, das der Pracht unddem Glanz der Großen dieser Welt ähnlich sähe. Erverlangte bloß, daß man daraus die Demuth undEinfalt der Ordensleute wahrnehmen und mehr die Fe-stigkeit als Verzierungen daran suchen sollte. Aber anden Kirchen wollte er alles prächtig haben. Eben erwar es , der den Befehl gab, an der Kirche von St.Gcrmain des Pres zu arbeiten, welche vermittelst derdaran angebrachten Verbesserungen und Auszierungeneine der schönsten zu Paris geworden, so unansehnlichsie vorher war.
Was die Tugend der Armuth betrift, so übte ersolche bis zum letzten Augenblick aus. Anstatt sichdie Gewalt vorzubehalten, seines Amts halber mehr alsdie bloßen Ordensleute zu besitzen : so wollte er nichteinmal dasjenige in Verwahrung nehmen, was er ih-nen mit Vergnügen bewilligte. Er wollte allezeit,daß seine Untergebnen im Essen und Trinken , in derKleidung und in den Erquickungen, die man denKranken zukommen lässet, besser gehalten würden.