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Zweyter Band
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6O8 Dom Johann Guerrier.

Ruf, daß er der Vater der Armen sey , daß reicheLeute glaubten, atö könnten sie nicht besser thun, alswenn sie ihre Armensteuren ihm einhändigten. Da«mit diese Armen in ihren Krankheiten erquicket würden,so errichtete er die Gesellschaft der Weibsbilder von derGutthätigkeit, die er allezeit mit vielem Eifer unter-stützte. Sie bestund aus dem gottseligsten Frauenzim«mer der Stadt, welche sich vereinigten, um ihnen dennöthigsten Beystand zu leisten. Diese Stiftung, wel«che noch fortdauret, ist für die ganze Stadt, und für dieVorstädte von St. Jean d'Angely von sehr großemNutzen.

Herr de la Loree , Bischofs zu Samtes, wel«cher den Dom Guerrier gekannt hatte, da er nur nochGroß VicariuS gewesen war, redete von ihm nicht an«ders als mit Bewunderung. Er sagte zum öftern,dieser Benediktiner wäre der gelehrteste Pfarrer in sei.nem Kirchensprengel, und zugleich der demürhigste:daher er ihn auch bey schweren Zufällen um Rathfragte.

Der jährliche Landtag der Congregakion, so 1715.gehalten worden, ernennte den Dom Guerrier zumPrior der Abkey von St. Jean d' Angely. Alle Or«densleute, welche die Gemeinheit ausmachten, schätztensich glücklich über sich einen Obern zu haben , dessenliebreiches Wesen und Einsichten sie kannten. Er ver«diente ihr Vertrauen eben so wohl, wie er seiner Pfarr«kinder ihrs verdient hatte. Er fand auch das Mittelalle seine Pflichten gegen beyde Theile zu erfüllen. Erbereicherte das Kloster mit guten Büchern. Ehe er dieJungfrau perrrer, eine Muhme des berühmtenHerrn Pascal bewegt hatte ihm die Bücher der Biblio-thek ihres Mutterbruvers abzutreten, so ließ er sie nachSt. Jean d' Angely bringen; schickte aber die Hand»schriften dem Pater General zu nach Paris. Er be«hielt für sich die Handschrift der kenless des Herrn

Pascal,