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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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n6 Geschichte von Frankreich,

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Denkwürdige Begebenheiten unterm Robert.

IO22.

In der Stadt Orleans werden Manichäer entdecket, weswegen sich derKönig und die Königin, nebst verschiedenen Bischöffen, dahin begeben, denLauf der Irrthümer, welche eine aus Italien gekommene Frau in dieserStadt ausgestreuet hatte, zu hemmen. Es wurden verschiedene Keßer aldaverbrannt.

Berühmte Zusammenkunft Roberts und Kaiser Heinrichs II. des Hei-ligen, der damals nur noch den Titel eines Königes von Teutschland führ-te , und erst nach seiner Römischen Krönungsich Kaiser nennte. Diese bee-de Prinzen, welche viele Hochachtung vor einander hatten, und für die Re-ligion und den Ruhestand gleichgut gesinnet waren, beredeten sich wegen derÄiittel, die Ruhe in der Kirche und in ihren Staaten zu erhalten. Hel-gaud, Mönch zu Fleuri, erzehlet in dem Leben dieses Königes, daß er, zuverhindern, damit seine Unterthanen keinen Meineid begehen, und nichtin die darauf erfolgende Strafen verfallen möchten, solche über ein Reli-quienkastchen, woraus man aber zur Vorsicht die Heiligthümer genommen,fcbwören lassen, gleichsam als ob nicht die Absicht allein einen Meineid aus-machet'. damals aber pflegte man nicht gründlicher zu denken, als so.

iO26. 1227. rc.

Nachdem Robert seinen ältesten Sohn, Hugo, den er 1017. zu §om-piegne krönen lassen, verlohren hatte, so lkes^ er zu Rheims seinen zweytenSchn,-Heinrich l-krönen, ohngeachtet die Königin Constance, welche ihnbewegen wolre, seinen jüngsten Sohn Robert jenem vorzuziehen, allerhandRanke dagegen spielte. (Glaber)

Ohngefehr um diese Zeit, wird der Normanner Name in Italien be-rühmt. Dieses Land war damals zwischen den orientalisch - und occidentali-schen Kaisern getheilet, das mittägige Stück ausgenommen, welches vielekleine Griechische, Longobardisch - lind Italienische Herrn hatte, die allzu-nahe an einander grenzten, als daß sie hätten einig und 'nicht immer vonden Sarazenen angefochten seyn sollen, die ihre gemeinschaftliche Feinde ge-wesen , in Africa regierren, und sich Sicilienö bemächtiget hatten. Vierzig

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