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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Köni gliche Linke. _r,7

* Denkwürdige Begebenheiten unterm Robert.

aus dem H. Land zurückgekommene Normanner landeteireben zu der Zeit inItalien an, da die Sarazenen die Stadt Smlerno in Siechen angriffen ;idre Herzhaftigkeit allein entsetzte diesen Orth, weichender Herzog Gaimarnickt mehr vertheidigen konnte, und die Sarazenen wurden erleget. DieNormanner mit dem Ruhme dieser That zufrieden, schlugen die Besitzun-gen, welche man ihnen in Pouille anboth, aus, und giengen kndreNorman-die zurück- aber der Ruf ihrer Tapferkeit folgte ihnen dahin nach, und derDank der Italiener, welcher sich durch herrliche Geschenke hervorthat, er-weckte in dm Herzen ihrer Landsleute eine Begierde, sich durch ähnlicheThaten bekannt zu machen. Unter diesen Umstanden entschlossen sich dieSöhne Taucreds von Hauteville,nach Italien zu gehen, und gründeten durcheine von dergleichen aufferordeirtlichen Unternehmungen, als geringe Pri-vatpersonen, ein blühendes Reich. Tancred hatte zweymahl geheirathet, undzwölf Kinder, welche allesamt herumirrende Ritter geworden, deren Namenden Ecdkreiß erfüllte, und welche diesem Zeitpunct der Geschichte die Gestalteiner Fabel gegeben haben. Wilhelm, der eiserne Arm genannt, Drogound Orfroi waren die z. ersten Grafen von Pouille, Robert Guiseard wur-de Herzog von Pouille lind Calabrien. Dessen Schn war Bohemond,Tancreds Vatter, und Roger der jüngste unter den Brudern eroberte Si-echen, und stiftete gegen 1129. die Sieilianische Monarchie. Die beedeSicilien wurden in der Person Rogers U seines Sohnes, vereiniget. Sei-ne Nachfolger waren Wilhelm I. Wilhelm U. Tancred, Rogers U. natürli-cher Sohn, und endlich sein Sohn, Wilhelm, welchem Kaiser Heinrich VI.um sich vermag der Rechte seiner Gemahlin, Constance, Rogers U. Tochter,Stechens zu bemächtigen, die Augen ausstechen lies. ' Dieses waren dieHerren von Neapel und Sicilien vor den Schwäbischen Kaisern, von denensolche Reiche an das Hauß Anjou kamen. Robert war vor feiner Zeit eingelehrter Herr, und besaö ein leutseliges und gutherziges Wesen. Er ver-fertigte viele geistliche Lieder, die man noch in der Kirche singet. Er hatviele Wallfahrten gethan, unter andern nach Rom gegen das Jahr 1016.oder lOLv. Das Kaiserthum und Königreich Italien, welches ihmdie Italiener angebothen, schlug er aus.

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