r-44
Geschichte von Frankreich,
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludovico Juniore.
-048.'
Im abgewichenen Jahre ist der Kaiser durch Verratherey der Grie-chen geschlagen worden. Der König wird ebenfalls von den Sarazenen ge-schlagen. Man belagert Damascus, die Verratherey der Christen in Sy-rien aber machet , daß man die Belagerung aufheben muß. Wenigstenshaben die meisten Geschichtschreiber die Sache also vorgetragen; will manaber diesen zweiten Kreuhzug nach dem ersten beurtheilen, und hierum dem-jenigen Glauben beymessen, was die Kaiserliche Prinzessin, Anna Lomnena,in ihrer Geschichte dieser unglücklichen Zeiten gesagt hat, so that ihr Nat-ter Alexis nichts anders, als das was jeder andere kluge Herr anseinerStel-le gethan hätte. Sein land war mit 700222. und mehr Lateinern über-schwemmet, welche die Lebensmittel gerade wie die Brandfchahungen eintrieben,und in Ermangellmg des möglichen sein Land über Vermögen aussagen.Selbst seine Hauptstadt brachte den Geiß der Obersten unter den Kreuzfah-rern in Versuchung, welche bey solchem Ueberfall mehr Ruhen und wenigerGefabr, als bey der Eroberung einer armen und entlegenen Provinz sahen,dem/alleiniger Gegenstand die Religion gewesen, welche, jemehr sie sich der-selben näherten, destoweniger Eindruck bey ihnen machte. Aleris beschwurdieses Ungewitter mir Geduld und Weisheit,' und fand ein Mittel, so gefähr-licher Gäste los zu werden. Der Soldat, welcher unter einen andern Him-mel versehet worden, und seiner Unmassigkeit irichts abschlug, starb an Krank-heiten, daher kam der Vorwurf, den man dem Kaiser Aleris und denGriechen machte, daß sie die Brunnen und Quellen vergiftet hatten. Konn-te es nicht eben sowohl möglich seyn, daß man seinen Nachfolgern im Re-giment aus dem nehmlichen Vorurtheile ein heimliches Verständniß mit denSarazenen Schuld gab, wodurch die Truppen unter Kaiser Conrads undLudovici Junioris Anführung zu Gnrnde giengen ? Zu Rheims wird vonEugenio III. in 'Abwesenheit des Königes eine Kirchenversammlung gehal-ten. Wenn die grsse Zahl der anwesenden Prälaten ein Concilium Oecu-menicum ausmachte, so würde dieses eines gewesen seyn, dann es warenderen noo. zugegen, worunter sich die Primaten von Spanien und Engel-land und an derselben Spihe der Pabst, befunden. Aber Eugenius III.selbst giebt es in seinem Briefe an den Bichof von Ravenna lediglich füreine Versammlung von dem ganzen Cisalpinischen Gallien aus, welches be-weiset,