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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Königliche Linie. 145

Denkwürdige Begebenheiten unter Ludovico Juniore.

weiset, daß wenig Italienische Prälaten darauf gewesen, und vermuthlicheine von den Ursachen ist, daß kein allgemeines Concilium daraus gewor-den. Auf dieser Kirchenversammlung ist ein gewisser Narr, Namens Es,welcher durch die Worte per euin cpü ventur8 eil selbst hintergangen wur-de, zur Gefängniß verdammet worden. Man sollte kaum glauben, daßeine solche Ausschweifung einen Anhang bekommen können. Das Conci-lium enthalt XVII Canones, insgemein die Canones Cugenii III. genannt,welche gröstentheils in das Jus Lanonicuin eingerücket worden. Unter an-dern Canonen kan man den VI. merken, worinnen den Advocaten und an-dern Bedienten verbothen wird, von den Partheien mehr zu verlangen oderzu nehmen, als in der alten Tar gesetzet worden, widrigenfalls sollen sie nachihrem Tode nicht christlich begraben werden. Der VII. verbiethet den Bi-schöffen, Diaconen, Unterdiaconen, Mönchen, und Nonnen, sich zu ver-heirathen. Der XII. verbiethet das Lanzenbrechen, die Turnire rc. mit derStrafe für die Entleibten, daß sie nicht ehrlich begrahen werden sollen rc.Auf diesem Concilio wurde die Angelegenheit Gilberro de la Porree, Bi-schofs von Poitiers, über eine metaphysische Frage wegen der Dreifaltig-keit, untersuchet. Am merkwürdigsten Hiebey ist, daß der Pabst, als dasConcilium auseinander gegangen, eine Congregation über diese Sache nie-dersetzte, und die Cardinale behaupteten, die Bischöffe von Frankreich wa-ren nicht befugt über Glaubenslehren zu urtheilen, welches Recht dein Pabst,mit Zuziehung der Cardinale, allein zustünde. Es wurde auch wirklich dasGlaubensbekanntniß der Französischen Bischöffe nicht zu den Arten des Con-cilii, die man in dem Büchervorrath des Vaticans hak, genommen; hinge-gen unterliefen die Französischen Bischöffe nicht, solches den Abschriften,die sie von solchem Concilio vor sich genommen, einzuverleiben. Der H.Bernhard spielt darinn eine grose Rolle (Pontificat Eugens III. von DomDrlannes, S. 161.)

H49.

Grav Robert vor: Dreur, welcher vor seinem Bruder, dem König,von Jerusalem zurückgekommen, suchet Unruhen anzuzetteln, indem er der:Übeln Erfolg des Kreutzzuges der Ungeschicklichkeit Ludewigs VII. zuschrieb,in der Absicht durch dergleichen Einstreuungen von dieses Herrn Untauglich-kcit zu den öffentlichen Angelegenheiten, sich der Regierung, und vielleicht

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