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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Königliche Linie.

Denkwürdige Begebenheiten unter dem H. Ludewig.

eSware Roberten genug/ des Königesin Frankreich Bruder zn seyn. DerKönig nimmt die Dornenkrone aus den Handen der Venediger, und zahlteihnen die Summe Geldes dagegen, um die sie solche von Kaiser Balduin II.von Constancinopel gekauffet hatten. Angleichen kaufte er dem LateiuischenFürsten alle ihre kostbarsten Reliquien ab, nemlich, ein grofts Stücke vomächten Kreutz, den Rock unsers HErrn JEsu Christi, das Eisen, die Lanze,den Schwamm, und andere Werkzeuge bey seinem Leiden« Man glaubet,daß solches Stucke vom ächten Kreutze dasjenige sey, welches ehedessen vonder H. Helena ihrem Sohne, dein grosen Conftantin aus Zerusirlem >m't-gebracht worden. Der König belehnet seinen Bruder, Alphons, mit denGravschasten Poitou und Auvergne. Der Grav de la Marche, gleich an-dern Vasallen, wird genöthiget, dem König zu huldigen; die Grävin seineGemahlin wirft iAn solches, als eine Niederträchtigkeit vor, und ergreiftfet wieder zu den Waffen.

!242. 4Z. 44.

Schlachten zu Tailleburg, und bey Xantes, die Tags hernach vorge-het , worinn der König den Graven de la Marche, und Heinrich III. Köuigin Engelland schlaget, dem er einen Stillstand auf <;. Jahre bewilliget.Der König fallt in eine gefährliche Krankheit, und thut ein Gelübde, insgelobte Land zu reisen.

Nachdem der H. Stuhl 20. Monate lang darum unbesetzt geblieben,weil Kaiser Friederich sich geweigert hatte, einige gefangen" genommeneCardknäle los zu lassen; so versammelte sich endlich dasConclave zu Anagni.Es bestund aus 9. Cardinälen, und Jnnocenz der IV. wurde darinn geweh-let. Derselbe war zuvor der Cardinal Smibald von Fiesque, aus Genua,von dem berühmten Hause der Graven de la Vagne, welches der Kirchezwey Pabste und viele Cardinäle gegeben. Gleichwie dieser Pabst, vor sei-ner Erhöhung, allezeit den gelindesten Mitteln, welche in den Strittigkei-ten Friederichs mit dem Römischen Hof in Vorschlag kamen, Beyfall zugeben, schien, ja sich auch für einen Freund dieses Herrn ausgab; also be-zeigten die Minister Friederichs ihre Freude, daß man nun eine Eintrachtzwischen der Kirche und dem Reich durch ihn hoffen konnte; Friederichaber,der weiter sah, sagte, daß er nur dabey die'Freundschaft eines Cardmals

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