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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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?r6 Geschichte von Frankreich/

Denkwürdige Begebenheiten unter dem H. Ludewig.

Heinrich IH gehet nach Gasconien / und kommt hierauf wieder nach Bre-tagne, von wannen er nach vielen angestellten Lustbarkeiten wieder zu Schif-fe gieng. Der König laßt den Graden von Bretagne wegen begangenerLebensuntreue seiner Gravfchaft verlustig erklären. Peter Mauclerc wares, welcher, ohngeacht er die Ehr hatte, ein Herr vornGeblüche (wieman damals redete) zu seyn, an allen Bündnissen, die den H. Ludewig inseiner Minderjährigkeit beunruhigten, Theil nahm. „ Endlich wurde er ge-„ demüthiget, und stellte sich, nach dem Bericht eines Schriftstellers seldi-„ger Zeit, mit einem Strick um den Hals, dem König vor Augen, warf„sich demselben zu Füssen, und bath um Verzeihung seines Leheufehlers. "Der König begegnete ihm, nach ermelrem Verfasser, sehr hart, und redeteihn also an: „Erzbetrüger, ob dn gleich einen schändlichen Tod verdienet„ hast, so will ich dir doch deiner großen Geburth wegen verzeihen; aber ich„will deinem Sohn Bretagne nur auf seine Lebenszeit lassen, und nachsei-„ nem Tode soll dieses Land den Königen von Frankreich gehören. „ „ Wenn„es wahr ist, daß dieser gottselige Prinz solche Sprache gefiihret hat, saget„der Abc vsnVerror, so muß er sehr überzeugt gewesen seyn, daß„Bretagne,so wie alle andere Lehen, ursprünglich von der Krone hergerüh-„ rei haben, weil er selbiges damit wieder vereinigen konnte. " Der AbcDercot bedienet sich dieses Beweises, sein System von der ursprünglichenGewalt unserer Könige über Bretagne zu begründen. Hatten aber auchohne dieses alte Recht, unsere Könige nicht eine eben so sichere Befugnisdurch die von Chlodoväo erfolgte Eroberung von Armorica? Stillstand aufdrey Jahre mit dem König von Engelland. Ludewig wird im 21. Jahregrosjährig (i2Z>.) Der alte de la Montagnestellet einige seiner Leute auf,den König zu ( morden; darauf läßt er ihm, von der Erzehlung seiner Tu-genden gerühret, selbst dafür warnen. Thibaud, Grav von Champagne,will die dem König abgetretene Lande wieder haben, wird aber nicht gehö-ret, nnd reiset 12^8. ander Spitze verschiedener Französischer Herren zuder KreuHfarth ab. Dieser KreuHzug war ohne Erfolg.

In einer Zusammenkunft der Gottesgelehrten wird verbothen, daß ei-ne Person mehrere Pfründen haben soll. Der Pabst läßt, nachdem er Kai-ser Friederickicn abgesetzet, des Königs Bruder, Robert, das Kaiserthumanrragen. Der H. Ludewig entfernt sich ein Anerbiethen, das gefährlicheFolgen haben konnte, gefallen zu lassen, verwarf es platterdings, und sagte,