dritte Königliche Linie.
Denkwürdige Begebenheiten unter Philipp dem Schönen.
Man rüstet sich gegen Roberten Graden von Flandern , zürn Kriege,weil er die 822020. rückständige Livres nicht zahlte. Enguerraud von Ma-rigni treibet unter dem Deckmantel dieses Krieges gross Summen Geldsein. Verderbniß der Münze. Sie war beträchtlich , denn ein Sou undDenier hatten nicht mehr innerlichen Wehrt, als zwey Drittel vorn Preiße,den sie unter dem H. Ludewig gehabt, ohngeachtet selbige eben so viel gal-ten. Die Ursach hiervon war die Seltenheit des Geldes in dem durch dieKreuzfahrten verarmten Königreich.
Ausschreiben von Passi im Monat Julius, worinn der Könlg verord-net, das; die Z20. Blinde, denen der H. Ludewig eine Stiftung gemachet,eine Lilie auf ihrem Kleide tragen sollen , um sie vorn andern Haufen blinderLeute zu unterscheiden, welchen man zuvor Stiftungen angeleget hatte.
iziz. 14»
Philipp der Schone ist mit seinen Schwiegertöchtern nicht glücklich;Margarethe» von Burgund, Ludewig Hutins Gemahlin wird des Ehebruchsüberwiesen und im Gefängniß erdrosselt. Johanna von Burgund, Phi-lipp des Langen Gemahlin, wird auch des Ehebruchs beschuldiget, aber ihrGemahl nimmt sie wieder an. Blanca, Philipps des Schönen Gemah-lin, wird des nemlichen Lasters überführet, und sie rettet damit ihr Leben,daß sie die Ehe wegen der allzunahen Verwandtschaft vor nichtig ausgab.Viele Exempel von Lehen, die von gemeinen Leuten erkaufet worden. Ei-nige Erhebungen in den Adelstand. Der Adel und das Geld, alles ist inden Kreuzzügen zu Grund gegangen. Diesen zweyfachen Verlust musteman vergüten; die Ertheilung des Adels ersetzte, so viel als es möglich, deneinen, und den andern sollte die Handlung gutmachen; man erführet aberwohl, daß die Ertheilung des Adels die Natur nicht zwingen, und denen-jenigen den rechten Adel nicht geben kan, der von schlechter Herkunft ist,und daß folglich dadurch der Unterschied nicht gehoben worden, welcher je-derzeit zwischen einem alten und neuen Edelinann seyn wird. Was ist nundamit gethan worden? Man hat den Unterschied, der unter dieser Art Leu-ten gewesen, aufgehoben; man hat sie insgesammt unter eine Classe ge-bracht ; man hat verschiedene Vorzüge, die der Adel vor dem gemeinenMann hatte, weggenommen, und dadurch die Adelichen herabgesetzet, ohne
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