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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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G eschichte von Frankre i

Denkwürdige Begebenheiten unter Philipp dem Schönen.

den Bürgerlichen was anders , als einen Rang zu geben, den sie keineswe-gs von ihrer Geburt haben. Zwar sind die Könige allerdings über ihreUnterthanen insgesammt und ohne Unterschied Herren, sie können aber nichtmachen , daß bey diesen Unterthanen das Alter der Dienste und die Ehren-stellen der Vorfahren nicht einen solchen Unterschied zuwege bringe , welcherder Caracter des wahren Adels ist. Endlich so hat die Ertheilung des Adelsden Muth der Bürgerlichen erreget, und bey denselben die Ueppigkeit derGrasen eingeführet, auch dadurch sie solchem noch mehr ähnlich gemachesdergestaltcn, daß die Ueppigkeit, welche unter den Römern die Gleichheitder Menschen vcrdrungen, solche bey den Franzosen wieder hergestellet hat.

Philipp der Schöne ist unter unsern Königen der erste, welcher dieAvvanagen, wie aus seinem in Gestalt einer Verordnung i z 14., errichte-ten Codicill erhellet, auf die männliche Leibeserben allein eingeschränket hat.sdü Lillet, Düpuis. Hudson.) Hiezu gab die Gravschafr Poiciers Anlaß,die er seinem Sohne, Philipp dem Langen mir der Bedingniß versieh, einefeine seiner Schwestern daraus auszusteuern. Philipp sieng an, die vomhoben Adel zu zwingen, ihre Münzgerechtigkeit zu verkaufst«, so vermittelsteines Edicts vom Jahr iziz. geschah, wodurch er dw m ihren Ländereyengeschehene 'Ausprägung so sehr einschrenkte, daß sie vor nützlicher erachteten,sich solcher zu begeben.

Johann von Montluc, Schreiber des Parlements zu Paris, kamam ersten auf den Einfall einen Zusammentrug von vielen Urtheilen zumachen, die er zusammen binden lies, und AeZelsi.m, guiM iwrmn Zcllu.nhiescn weil es Abschriften waren. Sie befinden sich noch in der Verwah-rung des Parlements, und man nennet sie die Olim.

Da Clemens V. den 20. April 1514. gestorben war, so versammle-ten sich die Cardinäle zu Carpentras einen andern Pabft zu wehlen, dieweilsie aber nicht einig werden konnten, so bliebe der H. Stuhl die ganze fol-gende Regierung durch unbesetzt, und wurde erst wieder zu Anfange der Re-gierung Philipps des Langen ein Pabst gemachet. Die zu Lyon versammel-te Cardinäle liefen, weil sie nicht eins waren, die Wahl auf des CardinalsJacobs von Ossa Stimme ankommen, welcher sich selbst ernannte, undunter dem Namen Johann XXII. Pabst wurde.

1314. Lu-