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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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Z92 Geschichte von Frankreich,

1574.

Gelangung zurKrone.

Heinrich III.gewesener König inPole,,/ kommt imJahr 1^74. zurKröne ohngefehr2Z. Jahre alc. Er-würbe den iz.Hör-nung 1^75. durchden Cardinal Lude-wigvonGuise, denuemlichen Tag/ dasich seine Salbungm Polen jährte,gesalber.

Sein Hofmei-ster war Franz vonCamavalet,ein wa-ckerer und tapfererHerr, sagt Brau-rome, der die Ge-schichte des Iul.Cäsars in Lateinauswendig konnte.,

Nachdem manihm die Krone auf-:gesetzet hatte, sagteer ziemlich laut, daßsie ihn drücke, undste rutschte ihmzweymal vomKopfe,als wan sie hatte fal-len wollen, welcheswahrgenommen undvor ein übclsZeichenausgeleget wurde.(Tagb. Heinr.UI.)

Denkwürdige Begebenheiten.

is?4.

Diese Regierung wird die Regierung der Günstlin-ge genennet. , Montgomeri der mit den Waffen in derHand unter der vorig'en Regierung zu Domfront gefan-gen genommen worden, wird als eilt Majestatsverbrecherzum Tode verdammt.'Funfzehen Jahr zuvor hatte erdas Unglück Heinrich U. in einem Turnier zu entleiben,und dieser Vorfall führte ihn auf die Bkutbühne, in-dem er mehr wegen der Unfälle, dje dieser Tod deinStaat zuzog, als wegen seiner eigenen Verbrechen sichschuldig machte. Mas das Laster der beleidigten Ma-chestat belangte, dessen man ihn beschuldigte, so konnteer der disfalls ergangenen Edicte halben, und vornem-lich wegen dex letzter« Ammstie, nicht straffällig seyn,man muste aber diese Genugthuung der aufgebrachtenRegentin leisten, die, es mochte kosten was es wollte,den Tod eines Mannes verlangte, der ihr den Königihren Gemahl genommen hatte. Ein schönes Beyspiel,uns zu zeigen, daß bey denen Streichen, die man ge-krönten Häuptern beybringet, der Zufall allein strafbarmachet, wenn auch gleich der Wjlle unschuldig wäre."(de Thou im VII. Th.)

Der König hatte bey seinem Ende die CatharinavonMedicis in solange zur Regentin erkläret, bis sein Nach-folger würde nach Frankreich zurück gekommen seyn.

Heinrich III. entweichet selbst Vierzehen aus Polen.Ehrensbezeugungen, die man ihm in Wien und Venediganthut. Die Ausnahme in Piemont von dem Herzogund der Herzogin von Savoyen, Franz I. Tochter,wurde durch die Zurückgabe von Pignerol, Sa-vigliano und la Perusa zu theuer bezahlet, welche Orthe