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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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Geschichte von Frankreichs_

Denkwürdige Begebenheiten unter Heinrich IU.

abgeschickt/ sowohl die Rechte des Don Antonio / Priors von Crato, ge-gen Philipp H- zu behaupten / als von den Ansprüchen Nutzen zu haben /die sie auf die Krone Portugal hatte. Strozzi blieb dabey. Solsede wirdgeviertheilet, weil er eine Zusammenverschwörung gegen den König undden Herzogen von Anjou gemachet hatte. Man hat vorgegeben , es wäreauf der Guisen Antrieb geschehen.

Der Herzog von Anjou / welcher auf den Prinzen von Oram'en / dersich alles Ansehen zulegte, neidisch war, will sich verschiedener vornehmenStädte in Flandern, unter andern von Antwerpen, bemächtigen, ob ihmgleich der Herzog von Montpensier und der Marschall von Biron Vorstel-lungen thaten. Die durch den Prinzen von Oranien aufgebrachte Bürgerbringen die Franzosen um, und der Herzog von Anjou, der sich wegen des-sen Treulosigkeit und seiner Ungeschicklichkeit ungemein schämte, kommtnach Frankreich zurück, allwo er das folgende Jahr im zosten Jahr seinesAlters starb. Bongars schreibet seinen Tod dem Gifte zu, und in denDenkbüchern von Nevers heißt es , er wäre durch einen vergiftetenBlumenstrauß, dem ihm eine seiner Beyschläferinnen, mit welcher er zuEhateau - Thierri, wohin er sich zur Ruhe begeben, lebte, erfolget. Vonall denjenigen Platzen, deren er sich bemächtiget hatte, blieb Cambrai alleindem Könige.

is84.

Der Todesfall des Herzogen von Anjou , der den König von Navarrazum nächsten Kronerben machte, dienet dem Herzogen von Guise zumWorwand die Lige ausbrechen zu lassen, indem er die Gefahr vorstellte, ei-nen von der Kirche abgesonderten Prinzen zum König zu haben. DerHerzog von Güise ist das Haupt der Lige. Prinz Wilhelm von Oranienwird durch Balthaser Geralden, einen Kundschafter der Spanier, ermor-det. Derselbe hinttrlies drey Söhne, Philipp Wilhelm, Moritzen undFriedrich Heinrichen, wovon ihm die zwey letztem einer nach dem andernin Ermangelung ihres ältesten Bruders Philipp Wilhelms folgten, welcherbey seines Vatters Absterben ein Gefangener in Spanien war, woraus ernur sehr lange hernach zurück kam; da die vereinigte Provinzen in den