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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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406_G eschichte von Frau kreich,

Denkwürdige Begebenheiten unter Heinrich III.

Nicolaus Poulain / Lieutenant des-Prevot der Jsle de France, entde-cket dem König die Rotte der Sechzehn, und ihren Anschlag, ihm dieKrone und Freyheit zu entziehen. Der König , den nichts aus seinerSchlafsucht reisten konnte, und welchen Villequiers in der Vergessenheit sei-nes Ruhmes und Staates erhielt, richtet gar kemAugenmerk auf diese Ent-deckung ; hingegen nahm der beleidigt gewordene Hezog von Epernon seineMaasregeln, die Bastille und das Zeughauß zu bekommen, deren sich dieSechzehn bemächtigen wollten. Der Herzog von Mayenne, der vor seinePerson sorgen muste, flächtet sich von Paris weg. Der König von Na-varra rücket vor, um in Burgund die Teutschen an sich ziehen, welche seinKriegsheer verstärken wollten. Annas, Herzog von Joyeuse gehet ihm ent-gegen , um ihm den Paß zu verrennen und ein Treffen zu liefern. Den 20»Weinmonats fällt zu Coutras in Guyenne eine Schlacht vor, wo der Kö-nig von Navarra sieget, und der Herzog von Joyeuse das Leben verliehret.Er wurde mit kaltem Blute getödet, einige sagen von la Mothe Saint-He-raj, andere, von zwey Hauptleutey des Fusvolkes, Namens Bordeauxund Descentiers. Nur in Religionskriegen ereignen sich solche Mordthaten;auf diese Art blieb der Herzog von Guise vor Orleans, der Prinz von Lan-de zu Jarnae, der Marschall von St. Andre zu Dreux, und der Conne-table von Monkmorenci zu St. Denis. Der König von Navarra machetsich seines Sieges nicht zu nutz, und kehret nach Bearn zurück, woselbst erdie Corisande von Andouins, Grävin von Guiche, liebte.

Die Vortheile, welche der Herzog von Guise über die Teutschen zuVimori im Gatinois, und zu Aulneau im Land Chartrain erhielt, zerspreng-ten diese Armee, die sich aus dem Königreich zurück zog. Seltsarner Schlußder Sorbonne;daß man denjenigen Prinzen, die nicht so wären wie sieseyn sollten, gleich dem Vormund, den man vor verdächtig hielt, die Re-gierung nehmen könne." (Daniel.)

Die Feuillans, so das vorige Jahr durch Johann de la Barriere ge-stiftet worden, setzen sich zu Paris.

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Heinrich I- Prinz von Conde stirbt im zz. Jahr seines Alters zuSt.Johann von Augeli am Gift. Seiner Gemahlin Charlotte de la Tri-

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