dritte Königliche Linie. 409
Denkwürdige Begebenheiten unter Heinrich M.
fter / wo er mit ihnen deswegen spräche, dagegen seyn, oder, wo er ihnenein Geheimniß daraus machte, ihn in das Spiel sehen und die KöniglicheMutter davon benachrichtigen. (N?em. vorn Lheverni.)
Der Herzog von Savoyen machte sich dieser Unruhen zu nutz und er,obert das Marggravthum Saluzzo, indem er, wie es heißt, mit dem Her-zogen von Guise ein heimliches Verständniß hatte.
Die ausschweijfende Forderungen der Abgeordneten auf dem Landtagezu Blois, und die auf den höchsten Grad gekommene Kühnheit des Her-zogs von Guise, nöthigen endlich den König, sich von diesem Prinzen zubefreyen, welcher allzumächtig geworden war, als daß man ihm hatte ei-nen Richter geben können. Man hakte gewiß keine Hasenftrrchk wegen derUnternehmungen, die er thun konnte; er befand sich in solchen Umständenals diejenigen waren, deren sich Pipin zu Nutz machte. Heinrich IH- sahdenen letzten Königen der ersten Linie nicht unähnlich, und der Vorwand derReligion hatte gar leicht einen Pabst von der Gemüthsart des Zachariaslnachen können. „Die einzige Schwierigkeit so dabey war, sagt le Labou-„reur, ist das zum Vortheil der Seitenlinien vorn Königlichen Geblüthe„in der dritten mehr, als in den zwey erstem Linien eingeführte Erbrecht;„die grose Zahl der Prinzen, die Macht des Königs voa Navarra, und die„Tapferkeit des Prinzen von Conde, seines Bruders, von dem man, po-litisch zu reden, sagen kan , daß der Krieg den er führte, denen Staats-„beschaftigungen das Gegengewichte hielt, und daß die bürgerlichen Kriege„zu seiner Zeit gleichsam eine Wojke waren, worunter er die Ueberbleibftl„des Königlichen Hauses verbarg." Der Herzog von Guise wird den 2Z.Christmonats, und sein Bruder der Cardinal von Guise Tags darauf, den24. ermordet. Der Cardinal von Bourbon kommt ins Gefängniß; mannimmt den Herzog von Mayenne, welcher zu Lyon war, nicht in Verhaft.Noch einen grösern Fehler begieng der König, daß er nicht gerade auf Pa-ris marschirte, und die vornehmsten Anführer der Lige zurück schickte. Mit-ten unter diesen Unruhen starb Catharina von Medicis zu Blois den s.Jen-ner folgenden Jahres in einer grasen Schuldenlast. Bey ihrem Ende riethsie dem König, sich mit dem König von Navarra auszusöhnen. Der Toddieser Königin, welche so viel von sich zu reden gab, machte nicht das min-deste Aufsehen. Eben so starben Jsabella von Bayern, und die Herzoginvon Angouleme, Franz I. Mutter, gleichsam als ob der Himmel dann undwann einen Gefallen hatte, das Andenken der Ehrgeißigen auszulöschen. Aus-schweiffungen der Guisen bey der Nachricht von des Herzogs von Guise Tod.
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