4O8 Geschichte von Frankreich,
Denkwürdige Begebenheiten unter Heinrich M.
Tod des prasrdemen du Harlay.) Der Herzog von Guise bemächtigetsich der Bastille und des Zeughauses / wovon Bussi le Clerc, Prokuratordes Parlements und einer der Sechzehn, Hauptmann wurde.
Catharina von Medicis fahret in ihren Unterhandlungen fort, und endlichwird durch das zu Roan vollzogene Reunivnsediet Friede, in welch gedach-ter Stadt der König durch Tanaguil le Veneur, Herrn von Carroüge,und durch Jacob, des Graven von Tilliers Sohn, aufgenommen worden.Der Herr de Tbou saget, indem er von diesem Tanagüil le Veneur redet,„daß er ein Mann vom vordersten Adel in seiner Provinz, und von einem„sanften und gemäßigten Geiste gewesen." Er führte den Namen von demObristjagermeisteramte, welches seine Vorfahren zu Wilhelm des EroberersZeiten, in der Normandie besessen. Dieser Traktat gereichte der Königs-würde zur Schande, er war auch noch übertriebener als der von Nemours,und der Hauptgegenstand gieng dahin, zu hindern, daß die Krone an kei-nen Protestantischen Prinzen fiele. Man glaubt, der König sey aus Furchtvor Philipp U-Flotte, die Unüberwindliche genannt, die auf der Seewar, und sowohl Frankreich als Engelland bedrohete, zu diesem'Friedenbewogen worden. Diese durch die Engellander und durch ein Ungewitterzu Grund gerichtete Flotte, wurde fast gänzlich aufgerieben. Der Königmerkte, da es nicht mehr Zeit war, das Verderben, so ihm die Königinseine Mutter zubereitet hatte, m>d schenkte ihr nur noch ein verstelltes Ver-trauen. Es hatte sich auch diese Prinzessin, welcher, wenn sie nur dasRuder behielt, die Protestanten und Catholicken gleich gut gewesen sind,als sie ihren Sohn ohne Kinder sah, in der Absicht dem Herzog von Guiseergeben) daß ihr Enkel der Herzog von Lothringen zum Nachtheile desBourbonischen Zweiges regieren möchte; aber der Herzog von Guise, dernur vor sich arbeitete, machte sich diese Gesinnungen zu nutz, ohne sich vondieser Prinzessin ausnehmen zu lassen. Niemand wüste sein Geheimniß,und er verbarg es vor jedem, mit dem er zu thun hatte. Die Versprechun-gen, so er dem Pabst, dem König von Spanien, dem Herzog von Lothrin-gen mih Cardinal von Bourbon that, waren alle wiedersprechend, und jedervon ihnen diente ihm, in der Meinung, es erfordere solches lediglich seineigener Nutze. Der König versammlet die Stände zu Blois, und machtsich von seinen Ministem, den Herren von Bellievre, von Chevernk und vonVilleroi los; die Ursach dazu glaubt matt sey sein Vorhaben gewesen, dieHerren von Guise umbringen zu lassen, er besorgte, es möchten seine Mini-
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