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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Königliche Linie. 471

Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig Xllk.

Die alte Honoriuspforte nächst den zoo. Blinden wird abgebrochen-und das neue Honoriusthor erbauet. Noch im Jahr 17z z. ist dasselbe ab-gebrochen werden, damit die Stadt mid diese Vorstadt , welche sehr erwei-tert worden, nicht mehr getrennet seyn möchten.

Der Herzog von Lothringen giebt dem König dem Tractat von Viczu Folge Marsal wieder. Der Marsichall von Marillac wird nach derCommissarlen Ausspruch enthauptet. Der Parlementsschluß, welches indieser Sache hat erkennen wollen, wird durch einen Bescheid des Conseilaufgehoben. Der Procureur-General Mole wird persönlich vor Gerichtgeladen und ausser Wirklichkeit gesetzt. Der Herzog von Orleans kommtdurch Burgund unter Beystand der Spanier wieder ins Königreich.

Der König , derssich wegen des Gasto Unternehmungen mit Recht anden Herzog von Lothringen hielt, erobert Pont - a - Mousson, Bar - le - Ducund St. Michel.. Der Herzog nimmt zum zweytenmale seine Zuflucht zurGnade des Königes. Er schließt den 26. Jun. den Tractat zu Liverdun, soden zu Vic bestätiget, und Liebt dem zu Folge Jametz und Stenai dein Kö-nig als ein hinterlegtes Gnth, die Beste Clermont aber zum Eigenthum,gleichwie er ihm wegen des Herzogthumö Bar huldiget. Er wäre glücklichgewesen, wenn ihn diese zweyte Prüfung von den Unfällen hatte bewahrenkönnen, worinn ihn seine Unbeständigkeit in der Folge stürzte. Der Bru-der des Königs, so sich auf der Seite ohne Hülfe sah, brachte das Unglück,so ihn begleitete, mit sich nach Languedoc. Der Herzog von Montmorencrhatte an seiner Empörung Theil genommen, wurde verwundet und in derSchlacht, oder vielmehr bey dem Vorgang wider den Marschall vonSchom-berg zu Castelnaudari, den i. September gefangen genommen. Bey ebender Gelegenheit wurde der Grav von Moret, Heinrichs IV. und der Made-moiselle von Beuil, Gravin von Moret Sohn, getödet. Man hat sagenwollen, dieser Grav von Moret sey nicht getödet, sondern ein Einsiedler ge-worden , dieses aber sieht einer Fabel gleich. Monsieur versöhnt sich aufsneue mit dem König, wegen der guten Hofnung, die ihm Bouillon von derGnade des Herrn von Montmorenci giebt.