5Z2 Geschichte von Frankreich/
Denkwürdige Begebenheiten unter Lttdewig XIV.
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Der Cardinal Mazarkn hatte sich allzuleichtsinnig mit den Frondeursabgeworfen , welcl>er er nimmer benöthigt zu seyn glaubte. Er wollte demGaste als ein Verbrechen vorrücken / daß er in des Königs Abwesenheit mitden Spaniern Unterhandlung gepflogen habe, und dieser Prinz hatte auchin der That dadurch einen grosen Fehler begangen , es war aber nicht Zeitviel Wesens davon zu machen. Er hielte sich auch wegen des Gasto Betra-gen an den Coadjutor/ welcher nach dem Abt de 1 a Riviere desselben Ver-trauen erlanget hatte, und benahm ihm alle Hofnung zum Cardinal vorge-schlagen zu werden. Die Frondeurs sahen sieh ihres Theils durch den Her-zog von Nemours verstärket, der durch die Herzogin von Chatillon in dieseParthey gezogen worden, wie er sie denn liebte und von ihr genöthigt wur-de , dem Prinzen seinen Nebenbuhler zu dienen. Die Pfälzische Prinzes-sin, eine vertraute Freundin des Prinzen, gab dieser Parthey ein Gewich-te. Endlich verlangte das Parlement auf Verhetzen der Frondeurs die Los-lassung der Prinzen, welche der Hof nicht mehr im Stande war abzuschla--gen. Es gieng noch weiter, und nachdem der Minister dermaßen erschre-cket worden, daß er sich entschloß das Königreich zu räumen, so erließ eszur nemlichen Zeit einen Schluß, der ihn auf ewig verbannte. Die Kö-nigin befiehlt, die Prinzen der Hast zu entledigen, und der Cardinal wollte,ohne diesen Befehl abzuwarten, sie persönlich in Freyheit setzen, weil er glaub-te, sich desfalls ein Verdienst bey ihnen zu machen; er ward aber übel von ih-nen aufgenommen und gezwungen, sich gegen Lüttich zu flüchten. Den i6.Hornung ziehen die Prinzen in Begleittmg des Herzogs von Orleans gleich-sam triumphirend zu Paris ein.
Der Herr von Turenne, verlaßt auf ein Einladungsschreiben desKöniges die Spanischen Dienste und kommt nach Hofe zurück, woselbst eres dahin bringt, daß der seit dem Jahr 1642. wegen Sedan geschlosseneTausch endlich unterschrieben wurde. In diesem Tractatsvertrage heißt es,daß die mit der Landeshoheit von Sedan ausgetauschte Ländereyen Albret undChateau-Thiervi, „dem Herrn von Bouillon und seinen männlich- und„weiblichen Nachkommen, mit allen Titel« und Würden, auch allen Vor-rechtes, also und dergestalt zukommen sollen, daß solch alles von demTag«
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