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dritte Königliche Linie.
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIV.
Herr von TurennS übernimmt die Befehlshabung über die Armee desPrin-zen von Conde / und erobert den 15. Ärnheim, den 19. aber die Schett-ckenschanz, welche die Holländer im Jahr i6z6. den Spaniern erst nacheiner neun monathlichen Belagerung abgenommen hatten. Den 22. un-terwirft sich Utrecht dem König/ und den 2l. erobert er Duisburg. AmNemlichen Tage nimmt der Bischof von Münster Deventer/ und Zwool den22. Monsieur bekommt Zütphen den 25. und Nimwegen ergiebt sich den9. Jul. an den Herrn von Türenne, den 12. aber Coeverden an den Bi-schofzu Münster, wie denn auch Naerden denselbigen Tag von dem Mar-quis von Rochefort eingenommen worden; man sagte, daß, wenn derselbe nichtunterlassen hatte Muyden zu erobern , Amsterdam und folglich ganz Hol-land verlohren gewesen wäre. Den 14. ergiebt sich Grave an den Herrnvon Chamilli, den 19« Jul. bekommt der Herr von Turenne das Fort Cre-vecöur, und den 26. Sept. die Insel und Stadt Bomel; gleich daraufmarfchiret er aus Holland nach Teutschland, wo er mit nicht mehr aisl2OOO. Mann den Churfürsten von Brandenburg, welcher an der Spitzevon 2sooS. Mann den Weg nach Westphalen genommen hatte, Einhaltthat. Den r 2. October nöthiget der Herr von Luxenburg den Prinzen vonOranien, die Belagerung von Woerden aufzuheben, welche That selbstvon den Holländern bewundert worden. Den 22. December wird derPrinz von Oranien durch den Herrn von Montal gezwungen, die Belage-rung von Charleroi aufzuheben. Den 28. erobert der Herzog von Luren-Lurg Mit Hülfe des Eißeö Bodegrave und Suamerdam. Mit einem Wor-te, die Königlichen Heere giengen in wenig Monaten über drey Flüsse, ero-berten die drey Provinzen, Geldern , Utrecht und Oberissel, auch mehr alsvierzig bevestigte Städte. Dieser Feldzug, welchen ganz Europa bewun-derte , würde heut zu Tage kaum geglaubt werden, wenn uns der Feldzugvom Jahr 1745. nicht dargethan hätte, daß den Franzosen, wenn sie ihrKönig führet, nichts unmöglich sey.
Wenn man dem Rath des Herrn von Pomponne gefolget wär, wel-cher dahin gieng, daß man sich mit den von den Holländern angebothenenVortheilen begnügen, Und sich wegen der von Spanien den Holländern demletztem Achener Frieden zuwidergethanen Hülfsleistung an die CatholifchenNiederlande halten sollte, so wär der Krieg in drey Monaten zu Ende ge-wesen. Aber das Gutachten des Herrn von Louvois über diesen Artikel,
Cecc z wur-