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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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Geschichte von Frankreich,

Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIV.

wurde diesem wie auch des Herrn von Turenne seinem vorgezogen, welchletzterer eintrug, es möchte der König jedesmalen die Orthe, so er erober-tes schleifen lasse»/ weil man solche schwehrlich behaupten könnte. DerMarschall von Plessis that diesen -Feldzug seines grosen Alters wegennicht mit/ und sagte zum König / wie er seine Kinder beneidete , die dieEhre hatten Seiner Majestät Dienen, er selbst .wünsche sich den Tod/ weiler'zu nichts mehr nutz sey; der König umarmte ihn/und sagte: Mein HerrMarschallman arbeitet nur deswegen/daß man den guten Namen erlanget/den sie haben, und nach so vielen Siegen ist die Ruhe angenehm." Den7. Jun. fiel ein Seegefechte bey Soultsbaie zwischen der Englisch - und Fran-zösischen Flotte / welche der Herzog von Jork und der Grav von Etreescommandirten/ und der Holländischen unter dem -Ruyter vor. DieseSchlacht war/ nach Ruyters Meinung/ die grimmigste, so er jemals gest,hen / und man eignete sich auf beeden Seiten den Wieg zu. Die nahe Ge-fahr der Holländer brachte sie auf den Entschluß den Prinzen von Ocanienzum Statthalter zu erklären/ und das perpetuelle Edict zu widerrufen/ wel-ches die Gebrüdere Cornelius und Johann von Witt des Inhalts ergehenlassen / daß jene Stelle aufhören solle. Das Ansehen des jungen Prinzenwar den beeden Brudern bald fatal / man gab ihnen die Unfälle der Re-public Schuld», und sie wurden den 22. August von dem Pöbel ermordet.Der Haß der Gebrüder auf das Hauß Oranien kam von weitem her. Wil-helm II. Wilhelms III- Vatter verlangte / mit Einverständnis des Cardi-nals Mazarin / der dem Ehrgeitze des jungen Herrn schmeichelte / daß dieRepublic nach dem Frieden zu Munster die Truppen auf den Beinen be-hielt / wobey er phnfehlbar seinen -Vortheil im Schilde führte. Die Re-public wollte sich nicht dazu verstehen / Wilhelm war so sühn / sechs Depu-tiere/ welche nach Haag giengen/ in Verhaft mhmen zulassen/ und darun-ter war der Witt ihr Vatter. Er that noch mehr, und gleichwie der groseWiderstand von der Stadt Amsterdam herrührte / -welche den Verdacht aufden Prinzen warf/ daß er der Freyheit von Holland gefährlich war / alsoversuchte er im Jahr sich derselben zu bemeistern, sein Projeck schlugaber fehl, und er starb kurz darauf an den Blattern wie man sagte, derCardinal Mazarin aber lies sich vernehmen, dieser Todesfall hatte sich all-zuschieklich ereignet, als daß er natürlich gewesen war. Der Haß desVatters wurde von den Kindern geerdet, und die Witt kamen darüber umsLeben. Dieses Wilhelm II. Sohn Wilhelm HI. nachmaliger König vonErigellartd, war der neue Statthalter. Der