574 Geschichte von Frankreich,
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIV.
nehmungen den Churfürsten von Cöln und den Bisthoffen von Münster imletzten Feldzuge bey unserm Bunde erhalten; dieses Jahr versuchten sie eini-ge Anfalle auf das Gröningische, aber sie wurden bald durch den Einfall inihre eigene Staaten zurück gebracht, und verglichen sich endlich mit denHolländern, welche dem Churfürsten von Cölln Rheinbergen wieder gaben.
Den 14. Hornung lies derKaiser zu Cöln den Prinzen Wilhelm von Für-stenberg,des Bischofs zu Strasburg Bruder, und nachmaligen Bischof daselbstaufheben. Dieser Eingrif, der in einer Stadt, wo der Friedenskongreß ge-halten wurde/ vorgieng, zerschlug die ganze Unterhandlung.
Der Churfürst von der Pfalz unterschreibet, unerachtet alle dem was erFrankreich zu danken hatte, den 12. März einen Offensivtractat mit demKaiser. Eroberung der Franche - Comte, die der König zum zweytenmaleeinnimmt und behält. Hatte man dem Herzog von Lothringen Gehör gege-ben, so war er uns auf der Veite zuvor gekommen, aber so wollte derKai-str lieber nach Elsaß gehen, weil er solches für sich zu erobern Willens war.Der Herzog von Navaiiles erobert den 28. Hornung Grai, und den n.März Vesoul, den iz. May ergiebt sich Besancon an den König, und den6. Jun. Dole, bey welcher Belagerung der Dauphin zugegen war. DerHerr de la Feuillade nimmt den 22. Salms ein. Als nach des KönigsZurückkunft von dieser Eroberung das Parlement demselben seinen Glück-wunsch ablegte, machte der Herr Generaladvocat Talon eine Neuerung,und hielt statt den König geradhin im Vorbeygehen zu gcüsen, eine Redean ihn, und die Gens dü Roi haben sich bey solchem Besitze erhalten.
Der König hatte drey Armeen, eine in Teutschland, die zweyte inFlandern, und die dritte in Roussillon.
In Teutschland gieng der Vicomte von Turenne den i2.Jun.beyPhi-lippöburg über den Rhein, und weil sein Absehen war, den Herzog von Lo-chringen und den Graven von Caprara, ehe noch der Herzog von Bournon-ville zu ihnen gestosen war, anzugreifen, so geschah solches zu Sensheimeiner kleinen Stadt in der Pfalz zwischen Heilbronn und Philippsburg, all-wo er sie den 16. Jun. schlug. Seine Armee war ohngefehr 12020.Mann stark, die Feindliche war ihr an Zahl gleich, sie hatte aber eine Vor-theil-