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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Königliche Linie.

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Denkwürdige Begebenheiten unter Ludcwig XIV.

theilhaftere Stellung/ und unsere Truppen waren von einen: langen Marsch,indem sie in 4. Tagen z s. Meilen gemache» hatten, ermüdet. Der Rück-zug der Feinde über den Neckar und Main unterwarf die Pfalz der Will-fahr des Siegers, welcher mit einigen Truppen verstärkt den 5. Jul. denfeindlichen Nachzug, ohn geeicht der Herzog von Bournonvilledazu gestosen,schlug, und alles mit Feuer und Schwerd zu Vergeltung der Grausamkei-ten verheerte, welche an einigen Französischen ^Soldaten, die von der Ar-mee abgekommen waren, begangen wurden. Der Churfürst von der Pfalz,welchen die Unfälle seines Landes aufbrachten, die er doch seiner Untreue al-lein beymessen muste, schickte dem Herrn von Turenne einen Fehdebrief zu;worauf dieser General mit einer Mäßigung antwortete, welche den Chur-fürsten wegen seiner Tollkünheit schamroth machte.

Der Churfürst von Brandenburg, so vor Westphalen nichts mehr zubefürchten hatte, hielt den das vorige Jahr mit dein Herrn von Turennegemachten Tractat nicht, und suchte sich mit der Reichsarmee zu vereinigen.

Des Herzogs von Lothringen Absehen war, den Vicomte von Türen- aus dem Elsaß zu verjagen, und hierauf sobald als der Churfürst vonBrandenburg zu ihm gestosen wär, in Lothringen einzudringen. Er giengdeswegen zu Speier und zu Strasburg, welche Stadt die dem König zu-gesagte Neutralität brach, über den Rhein. Wiewohl der Herr von Tu-renne um ein Drittel schwächer als die Feinde war, so hielt er doch fürrakh-sam, eher alles zu wagen, als Frankreich den Reichstruppen offen zu lassen.Er brach mit der Armee, so nicht stärker als 22020. Mann war, auf, inder Absicht die feindliche von 42222. Mann anzugreifen, er überfiel sie den4. October bey Einsheim nächst Strasburg, und schlug sie zum zweytenma-le, an welchem Siege der Herr von Bouflers großen Theil hatte. Daswar gewis nichts geringes, und da sich der Churfürst von Brandenburgmit der Armee vereinet hatte, so hatte jeder andere als der Herr von Tu-renne die Hofnung Elsaß zu retten sinken lassen. Er macht sich die Noth-wendigkeit zu nutz, worinn die feindliche Generals waren, sich in Ober-Elsaß wegen Verpflegung eines Heers von 62222. Mann auszubreiten, stelltsich, als gieng er nach Lothringen zurück, und überfällt unversehens 6222.Pferde zu Misthaufen, welche er den 29. December schlug. Dieser Vorgangbeunruhigte die feindliche Armeen, und nöthigte sie sich vertheidigungs-

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