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Geschichte von Frankreich,
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Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIV.
und nöthigte sie nach einem blutigen Gefechte, nicht nur ihr Lager zu ver-lassen , sondern auch über den Rhein mit 20200. Mann, welches der Restvon 60002. Mann war, womit sie den Feldzug cröfneten, zu gehen. DerChurfürst von Brandenburg, der Herzog von Lothringen und der Herzog vonBournonvjlle geben einander diesen schimpflichen Feldzug Schuld.
Die Vortheile, welche der Herr von Turenne in den vorletztem Tref-fen erhalten hat, schienen lediglich von Fehlern der Feinde herzurühren, de-ren sich dieser General zu nutz zu machen wüste, und dieses wäre vor jedenandern Feldherrn Ruhms genug, dieser aber hat darinnen seines gleichennicht, weil er nicht nur allein diese Fehler voraus gesehen, sondern auchdie Feinde durch die Blendwerke so er ihnen vormachtegleichsam stufen-weise dazu verleitete, welches in'einem Briefe, den er den zo. Oetober anden König schrieb, bewiesen ist, worinn er die Mittel anzeigte, welche ergebrauchen müsse, den Feind wieder über den Rhein zu bringen. Der Herrvon Turenne gieng nach Hof zurück, wohin ihm der König nach derSchlacht zu Türkheim berufen hatte, und übergab das Commando der Armeedem Marquis vonVaubrun, welcher Elsaß vollends reinigte, und den 29.Jenner Dachstein, wie auch Molsheim und Müßig eroberte, welche Pla-tze die Verbundenen noch allein übrig gehabt, ingleichen nahm er verschie-dene andere Orte in Breißgau ein, welche an die zwey Seiten des Rheinsgränzten, wo inzwischen die Französische Besatzung in Philippsburg diePfalz vollends verheerte.
Des Herrn von Turenne einziges Verlangen in der Mitte seinesRuhms war , sich zur Ruhe zu begeben; der König lies ihm solches nicht zu,und schickte ihn den eilften May wieder fort, um sich den Unternehmungendes Montecuculi zu widersetzen, welchen die Eifersucht der Verbundenen imletztem Feldzug hinderte die Armee zu führen. „Dieser Feldzug, sagt der„Ritter Folard, war des Herrn von Turenne und des Graden von Mon-„recuculi Meisterstück, und in dem Alterthum kommt keins so schöner vor,„wovon nur diejenigen wohl urtheilen können, die das Handwerk recht ver-„ssehen." Der Herr von Turenne versammlet seine Armee bey Schelstadt,rücket nach Benfeld vor, und schlug darauf den 27. May im Dorf Achen-heim eine Meile von Scrasburg sein Lager, damit er diese Stadt bey derNeutralität erhalten und den Feinden den Eingang in das Elsaß verwehren
könn-