dritte Königliche Linie. 579
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIV.
konnte. Endlich veranlaßten ihn ihre Bewegungen den 7. Jun. über denRhein zu gehen, nachdem er zuvor alle Hülfsmittel, welche die Kriegskunstzu den Lagern, Marsch- und Contremarschen an Hand geben kan, erschö-pfet hatte, zuletzt dachte er den Augenblick erreicht zu haben, da er denMontecuculi mit Vortheil angreiften könnte, als eine Stückkugel diesemgroßen Mann den 27. Jul. bey Salsbach das Leben nahm. Er war64. Jahre alt, und wurde den 29. Aug. zu St. Denrs begraben. DasGeheimniß zu dieser Schlacht, welche glücklich ausfallen muste, erstarb mitihm; weit entfernt die Feinde anzugreiffen gedachte man allein auf denRückzug, die Strittigkeit wegen des Obercommando zwischen dem Grabenvon Lorges und dem Marquis von Vaubrun vergrößerte noch die Übeln Zeit«umstände, jedoch der schöne Rückzug des Graven von Lorges sah bey derBestürzung worinn die Armee war einem Siege ähnlich. Montecuculliverfolgte ihn und den 1. August fies die Schlacht zu Altenheim vor , wor-inn der Marquis von Vaubrun blieb, der Vortheil war auf beeden Seitengleich, woran allein der Muth unserer Truppen Ursach war , welche sichselbst stellten. Der Herr von Vendome wurde hierbei) verwundet. DieFranzösische Armee gieng bey Altenheim wieder über den Rhein, und dieFeinde zu Strasburg. Der Prinz ^ welcher die Befehlshabung der Armeedes Herrn von Turenne übernommen hatte, entsetzet Hagenau den 22. Aug.so Montecuculli belagerte, wie auch den 14. Sepk. Zabern , und nöthigtihn, wieder über den Rheh) zu gehen. Dieses war des Prinzen letzte That,das Zipperlein so^hn nagte, zwang ihn sich zur Ruhe zu begeben. Es isteine merkwürdige Sache, daß in diesem Jahre die drey größten Generalein Europa ihren Lauf vollendeten , der Herr von Turenne wurde getödek,der Prinz von Conde setzte sich zur Ruhe, und Montecuculli that desglei-chen mit dem Anhang, daß ein Mann, der die Ehre gehabt, gegen den Maho-met Coprogli, den Prinzen von Conde und den Herrn von Turenne zu die-nen , seinen Ruhm nicht gegen Leute in die Schanze schlagen dürfe, welch««rst anfiengen Armeen zu führen.
In den Niederlanden hatte der Grab von Estrades den 27. MärzFranzösische Besatzung in die Citadelle von Luttich gethan, welche die Kai-serlichen einnehmen wollten, um den Holländern die Belagerung von Ma-stricht zu erleichtern. Den 29. May eroberte der König Dinan und stundeder Marschall von Crequi unter ihm, welcher so wie die Marschälle von
Belle-