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dritte Königliche Linie.
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIV.
umfangene Stadt zu werden, und iz86. das Patrimonimn des HausesOesterreich geworden, wurde demselben i6g2. vom Gustav Adolph genom-inen, kam aber 16Z8. wieder unter die Herrschaft des Kaisers, worunter sieUngeacht der drey berühmten Schlachten, welche der Prinz von Anguien undder Herr von Turenne dem Mvntecuculli abgewonnen hatten, blieb, bissie der Marschall von CreaUi in diesem Jahr eroberte; im Nimweger Frie-den ward sie dem König abgetreten, und im Ryswicker kam sie wieder andas Haust Oesterreich. Der Marschall von Vilkars nahm sie 171 z. demKaiser neuerlich ab, welchen sie der König durch den Rastatter Vertragwiedergab, Und zuletzt nahm Ludewig XV. selbige 1744. in Person ein ,und lies wegen des Vorhergegangenen die Bevestigungswerke der StadtUnd der Schlösser sprengen. Den 22. September wurden die Laufgrabeneröfnet, die Stadt ergab sich den 7. November, und die Schlösser den 26.des ttemkichen Monats, wobey die Besatzung zu Kriegsgefangenen gemachtward, und der Prinz von Soubize eine Quetschung am Arm bekam.
Der König giebt dem Racine und Despreaux tausend Thaler Gehalt,daß sie die Geschichte seiner Regierung schreiben sollten.
Der Marschall von Humieres erobertden n. December St. Guillaln.Der Grav von Etrees, welcher schon den 2z. Hornung zu Tabago einenVortheil über den Admiral Ding erhalten, erobert diesen Platz den 12. De-cember. Den 4. Jul. schlagt der Marschall von Navailles den Graven vonMonterei in dem LampoUtdanischen.
Der Prinz von Oralsten vermahlt sich mit der Prinzestin Maria, desHerzogs von Jork nachmals Jacobs II. Tochter. Man sah nicht voraus,daß diese Vermählung seinem Schwiegervatter einstens Sie Krone kostenwürde. Dabey sind zwey Dinge anzumerken, erstlich, daß das Beplagerzu Londen an dem Tag gehalten ward, wo man alle Jahr die Entdeckungder Pulververschwörung feyerlich begehet, zweytens, daß der Prinz vonOralsten als Statthalter die Generalstaaten ersuchte, seine Heyrath genebmzu halten, und dieser Schritt nicht als eine Höflichkeit, sondern als einePfljchr angesehen wurde, und es liefen auch die zusammberuftne DeputirteVon allen Provinzen ein Rcscript ergehen, wodurch erklärt wurde, daß dieRepubljt die Wahl ihres Statthalters für die Prinzeßin Maria von Engel-
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