Z88 Geschichte v on Frankreich, _
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludervig XIV.
land genehmige, und zugleich wolle, daß diese Vermählung von Seitendes Staats den Ministern des Kaisers und andern, die zu Haag waren, be-kannt gemacht würde. Der Marschall von Estrades sah bald ein, wozuder Prinz von Oranien fähig war, und sagte; „man würde an ihm einen„andern Wilhelm den Heimlichen, und einen Moritz und Friederich Hein-„rich haben." Der Herzog von Jork, nachmaliger Jacob II. war desMarschalls von Estrades Meinung, und der Stolz, womit der Prinz vonOranien zu Londen um die Prinzeßin Maria anhielt, hatte Carln II. dieAugen öfnen sollen, zum Unglück aber sah er solchen Stolz für eine Frey-müthgkeit an.
Der König von Schweden erobert den 9. Jenner das Schloß Helsing-burg, den n. Jun. und 12. Jul. wird seine Flotte von den Dänen ge-schlagen ; den 24. Jul. schlägt er den König von Dänemark zu Landscron.Den 26. December nimmt der Churfürst von Brandenburg Stettin ein.Das Parlement zu Paris hebt durch einen Schluß vorn iZ. Hornung denCongreß auf.
1678.
Der König war, die Feinde hinters Licht zu führen, im Hornung nebstder Königin und seinem ganzen Hof nach Lothringen abgegangen, und hat-te Charlemont, Namur und Luxenburg bekennen lassen, als er hieraufplötzlich von der Mosel an die Scheide kam, wurde die Stadt Gent vondem Marschall von Humieres berennet, und nach einer kurzen Belagerungvon 4. Tagen den z. März eingenommen. Den 12. capiculirte das Schloß.Diese Eroberung war wichtig, weil die verbundene Armee alle ihre De-positorien nach Gent bringen wollen, bis sie im Stand waren alleihre Kräfte zu vereinigen. Den 2z. ergiebt sich Jpern nach einer sieben ta-gigen Belagerung dem König, ohngeacht die Ueberschwemmung die Schwie-rigkeiten mehrte, und der Marquis von Conflans für die «Lpanier eurentapfern Widerstand that. Zwey zu gleicher Zeit gethane L)türme unterdem Marschall von Lurenburg, wovon der eine auf die Contrescarpe derStadt, der andere aber auf der Citadelle ihre gierig, beschleunigten dieEinnahm. Der Herzog von Eiboeuf, des Königs Adjudant, verlohr einenArm. Die Stadt, welche der König durch den Nimweger Frieden behielt,
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