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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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Geschichte von Frankreich/

Denkwürdige Begebenheiten unter Lndewig XIV.

in Sicilftn hatte allda die Gemüther erbittert; täglich entstunden neue Zu-

sammverschwöruNgen, welche' der unempfindliche Herr von Vivonne nichtvorder sah, oder nicht strafte. Da Engeltand im Begrif stund, sich für dieHolländer zu erklären, so hätte der Rückmarsch unserer Truppen sehr schwerwerden'können; man entschloß sich dieses Königreich zu verlassen, und derHerr de la Fenillade, der den Rückzug besorgte, brachte den 8. April alleMesiiner , so Französisch gesinnt waren und habhaft gemacht werden konn-ten, auf die Schisse. Den 18-Jenner schlägt der Grav von Königsmarkdie Dänen auf der Insel Rügen, und den 22. September muß er dieseInsel verlassen. Den 7. Jul. ergiebt sich das Schloß Helsi'ngburg an dieDänen. Den 21. heben sie dle Belagerung von Bahus auf. Den 14.Aug. nimmt der König in Schweden Christianstadt wieder ein. Der Chur-fürst von Brandenburg erobert den 19« October Stralsund/und den 2s.Grciphswalde.

Friede zu Nimwegen, dessen Puncten der König dictirte. Es wa-ren drey Tractaten, einer zwischen Frankreich und Holland, der den io.Aug. unterschrieben ward, der zweyte mit Spanien, der den 17. Septem-ber unterzeichnet worden, und der dritte mit Kaiser und Reich, den Chur-fürsten von Brandenburg und einige andere Prinzen ausgenommen. Indem Tractat mit Holland ist merkwürdig, daß, da sie der alleinige Gegendstand des Kriegs von 1672. gewesen, ihnen doch allein alles abgenommene/wohin auch Mastricht gehört, wieder gegeben worden. Indem Tractatmit Spanien wurde die Franche-Comte dem König , so wie die StädteValenciennes, Conde, BoUchain, CaMbrai, Aire, St. OMer, Jpern,Menitt, Bavai, MaUleuge, Warwick, Warneton, PoperingUe, Bailleuk/Cassel und Charlemont / gelassen. Der Grund des TrNctats mit dem Kai-ser, welcher den s. Febr. zu Stand kam, wär der Münsterische Friede«In einem Artikel trit der König ihm seine Gerechtsame über Philippsburg/und der Kaiser dem König seine Rechte über FreybUrg ab. Der Herzogvon Lothringen war Mit den Bedingungen dieses Trackaks übel zufrieden,und Varinn nichteingeschlossen/ sondern erst durch den Ryswicker Vertragwieder in seine Staaten eingesetzt« Was aber dem Gedächtnisse des Kö-nigs am meisten Ehre macht, war, daß er seinen Bundesgenossen dem Kö-nig von Schweden alles wieder schaste, was ihm der Churfürst von Bran-denburg und der König von Danemark abgenommen hätten« Nach dem

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