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dritte Königliche Linie.
Denkwürdige Begebenheiten unterLudewig XIV.
von Verdiensten, und wurde von der verwittjbten Königin von Spanier,verfolgt.
Der Herr von Pomponne Staatssekretär von den auswärtigen Sa-chen , welcher 1671. dem Herrn von Lionne folgte, fiel in Ungnade. Sei-ne Dtelle bekam der Herr Colberk von Croissi,des General - ControlleursBruder, welcher damals die Vermahlung des Dauphins in Bayern nego-Liirte. Unter andern legte man dem Herrn von Pomponne zur Last, daßer die Dörfer zwischen Freyburg und Dreyfach nicht in den Tractat vonNimwegen einrücken lassen; als-auch wirklich der König nachdem seinenEinzug in Strasburg hielt, und Freyburg in Augenschein nehmen wollen,Muste er allda zu Mittag speisen, ohne unterwegs zu bleiben , weil er aufdem Reichsboden war. Vielleicht wäre dieser Fehler nicht so hoch genom-men worden, so wenig als andere Versehungen, die man dem Herrn vonPomponne Schuld gab, woferne nicht dw Herrn von Louvois und Colbertzu seiner Steile Lust gehabt hätten. Sie bewarben sich auch wider ihreGewohnheit um die nemliche Dache, und der Herr von Louvois, so für denHerrn Cöurtin arbeitete, verwunderte sich sehr, als der Präsident ColbertVorgezogen wurde.-
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Die Franzosen lassen sich züm erstenmale in Ostindien nieder, indemihre t 674. geschehene Eroberung von Pondicheri bestätiget wird.
Den 11. Jenner ergehet eine Verordnung wider die Giftmischer undWahrsager. Den 22. Hornung wird ta Voisin als eine Gistmischerin ver-brannt ; dieselbe wahrsagte auch. Bey dieser Angelegenheit waren verschie-dene Personen verlegen, welche eine eitele Neugierde zu derselben geführethatte. Die Frau von Bouillon erschien vor den Richtern, die Frau Grä-vin von Soissons entwich nach Flandern, und der Herr Marschall von Lu-xenburg kam in die Bastille, woraus er aber bald wieder gethan ward.Antoinerre Bourignon stirbt den zo. Oktober zu Franecker; sie hatteein verrücktes Hirn, predigte die Schwärmerey, und fand Anhänger.
Die Frau von Montespan versichert sich eines hohem Ranges beyHof, und kauft« für 220000. Thaler die Stelle einer Sürintendante
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