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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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Geschichte von Frankreich/

Besondere Anmerkungen.

fällen, stellten Oberrichrer in Appellationssachen der Centgraven, welche or-dentliche vorn König bestellte Richter waren; solches alles geschah im Na-men des Königes, weil damals keine andere Justitz als die Königliche war.Sie liefen in des Königs Namen münzen, faßten alle Arten von Regle,ments und Verfügungen ab , und auf ihrem Befehl wurden Mannschaftenauögehoben, Gelder, Lebensrnittel, Kriegsbedürfnisse und Plonniers ge-liefert. Endlich war alles, was das Königliche Domanium, die Zuftiß,die Policey und das Finanzwesen betraf, in ihrer 8ewalt, in st fernes einesjedweden Statthalterey angieng, alles aber geschah unter dem Namen undin Kraft der Königlichen Gewalt, als Lieutenants und Bediente.

Als diese Herzoge und Graden sich die Schwäche der Regierung zunutz, und ihre Aemter eigenthümlich und erblich machten, so verblieben ih-uen eben dieft Befttgnisse. Nun verloschen alle diese Kennzeichen der Köni-glichen Gewalt in den Provinzen, diejenigen Lande ausgenommen, welcheHugo Capetus, als Herzog und Grav, zur Zeit inne hatte, da er die Kro-ne erlangte; und an ihrer Stelle setzte man ein Obereigenthumsrecht.

Der erste Versuch, den unsere Könige thaten, diesen Herren nichtdas Schicksal ihrer Unterthanen uneingeschrenkt zu lassen, bestund darinnen,daß sie, wie wir an einem andern Orthe gemeldet haben, Commissarien,welche KIM Dsimiüci hiesen, nach Art derjenigen, in stthane Provinzenschickten, welche unter der ersten und zweyten Königlichen Linie dahin ge-sendet worden, jedoch mit diesem Unterschied, daß erstere von dem Königgeschickt worden, seiner eigenen Richter Verhalten zu untersuchen, dieseletztere aber das Betragen der Herren untersuchten, welche sich der Königli-chen Justitz bemächtigt hatten. Diese neue Commissarien, welche damalsZuZes cies Lxeinpts hiesen, musten die Herren im Zaume halten , ihreHandlungen in der Nahe beleuchten, und die Klagen der Unterthanen anhö-ren, welche von ihnen, oder ihren Unterbeamten und Bedienten, mishan-delt worden ; diese Klagen musten sie, wenn es möglich war, summarisch ab-wandeln, wo aber nicht, zu denen granlles assists des Königs verweisen.Man besehe die Regierung Ludewigs des Dicken.

Diese Commissarien schrenkten die Unabhängigkeit der Herren zu sehrein, als daß sie sich nicht hätten widersetzen sollen; sie stellten die Sache stgut an, daß man keine mehr abordnete.

In-