an einen gesetzter« Prinzen. 155
und ungestörtem Gemüthe aus der Zeitlichkeit indie Ewigkeit.
Es haben, gnädiger Herr ! so viele schonvorher ganz weitläuftig und wohl von den Wirkun-gen und Eigenschaften der Tugend geschrieben, daßich mich schämen würde, von ihren cingecrndtetenAeckern Aehren zu hohlen, wem: es nicht aus Ver-langen geschahe, so viel, als mein geringer Vorracherlaubet, zu Eurer Königlichen Hoheit Glückse-ligkeit beyzutragen; denn der ist allein glückselig,der tugendhaft ist, und der die Tugend recht kennetund liebet.
Aus dem, was jetzo in Unterthänigkeit angefüh-ret ist, werden Eure Königliche Hoheit finden, daßdie verkleidete Tugend bodenlos, scheinheilig, eitel,gottlos, prahlend, strenge, eigennützig, falsch, ruhm-begierig und kleinmüthig; die rechte Tugend hinge-gen in Worten und Werkelt aufrichtig, gottesfürch-rig, gewissenhaft, herzlich vergnügt, geschwind,das Unrecht zu verbessern, wahrhaftig, Menschenhold, gutherzig, freundliebend und im Tode uner-schrocken ist.
Unser Wandel auf Erden gleicht in allen Stü-cken einer Seereise. Einige von uns segeln mit ge-mächlichem Winde, eimge treiben aufs finstre Meervor Wind und Wellen, einige vergehen im allge-meinen