XLIV
Lebens-Beschreibung.
schied zwischen seinein itzigen und seinem vorigen Zustand an demBerlinischen Hofe, von Tag zu Tag, unerträglicher. Die Ehre und
die Vorzüge, so er vorher in den ersten dreißig Jahren daselbst genos-sen, waren ihm allzu tief eingeprägt, als daß er, bey Gegcneinander-haltung dieser beyden, nicht im äussersten Grade hätte bekümmertwerden, und sich nach einem andern Orte sehnen sollen, weil, an demgegenwärtigen, das Andcncken seines vorigen Glücks ihm zu nichts,als zu Verdopplung seines Mißvergnügens, diente. Endlich erschienseine Erlösung zu einer Zeit und von einem Orte, da er sichs am aller- >wenigsten vermuthet hatte. Der hiesige Feldmarschall Graf von >Flemming und der geheime Cabincts-Minister Graf von Manntcuf- jfel kanten von vielen Jahren her dieses Mannes geschickte Feder und iseine besondre Wissenschafft in Ceremoniel-Sachen. Sie stelltendaher Sr.Königl.Maj. von Pohlen vor, wie nützlich ihnen derselbebey bevorstehendem Beylager Jhro Hoheitendes Königlichen Prin-hen ins besondre, und künfftig überhaupt in allen und reden Ceremo-nien - Vorfällen werden könte. Darüber gerührten Jhro KönigsMajest. denselben so fort in Dero Dienste zu beruffen, und nebst demTitel eines geheimen Kriegs-Raths, Cercmonien-Meistcrs und In-rroöuÄeurs der Gesandten, ihm einen jährlichen Gehalt von fünf-zehnhundert Thalern zu bewilligen. Seine beyde vorgenannte Gön-ner ruheten nicht, die Sache so fort zu einem gewünschten Ende zubringen. Der Feld-Marschall schoß ihm vier taufend Thaler aufseine Bibliotheck vor: eines theils, damit er solche ungehindert ausBerlin wegbringen; andertheils, daß er seine Gläubiger befriedigenkönte. Des Herrn Grafen von Mannteuffels Excellenz aber nah-men ihn in ihrer eigenen Kutsche mit sich hieher nach Dreßden, wo-selbst er im i/i^en Jahre am 19. des Wein-Monats ankam, und deniZtendes folgenden, in Pflicht genommen ward. Seine mündlicheDanckfagung, die er bey solcher Gelegenheit, in öffentlicher Ver-sammlung, gegen des Hochseligen Feld - Marschalls Grafen vonFlemming Excellenz und andre anwesende Königl. Räthe abstattete,war folgenden Inhalts:
„ Ich bedancke mich in tiefster Unterthanigkeit für die hohe Gna-