6XXVI Lebens-Beschreibung.
Grufftan ihrer Seite begraben zu werden. Aber auch dieser ihreGebeine tonten, nach seinem Tode, in der von dem Donner nachmahlseingeäscherten Peter-Kirche zu Berlin, ihre beständige Ruhe nicht be-halten, sondern haben mit allen übrigen Leichen daselbst anderswohingeschafft werden müssen. Sie sind auch, weil niemand mehr von denBesserischen Angehörigen daselbst wohnet, der sich derselben hätte tön,nen annehmen, mit andern ausgegrabcnen Gebeinen vermengt undmit denselben zusammen auf einem allgemeinen Kirchhofe beerdigetworden. Ein daselbst noch lebender vertrauter Freund des Verfas-sers, der Herr Cammcr-Protonotar Eltester, erfuhr solches zu späte,sonst würde er dis Leiche mit mehrerem Unterschied wieder besorgt ha-ben: Massen der Leichnam der sel. BessMN noch gantz eigentlich andem schwarhsammtenen Küssen erkannt ward, worauf man ihr vor-mahls das zugleich verstorbene neugebohrne Kind in die Arme gelegetund in das Grab mitgegeben hatte.
Ungeacht nun der Herr von Besser ein grosses Vermögen mitihr erheyrachet, und für seine Verse, wie ich schon gedacht habe, nichtnur von seinem Könige viele tausend Thaler; sondern auch von an-dern Grossen des Hofes, ja selbst von der Königin und von mehremHöfen, wegen seiner Poesie, ein Ansehnliches geschenckt bekommenhatte: Ungeacht er auch zuletzt eine sehr austrägliche Besoldung inBerlin, und von ledern neugeschlagenen Ritter, als Ordens - Ceremo-nien-Meister, vierhundert Thaler, wie sonst noch ein Erkleckliches, alsOber-Ceremonien-Meister, von so vielen Gesandten erhielt, welcheszusammen ein grosses beträgt; so war doch, als er das Unglück erleb-te , seiner Bedienung daselbst entlassen zu werden, nichts als feine Bi-bliotheck von ihm erübriget worden. Einestheils hatte er dieselbe L
mit schweren Unkosten gesammelt; Anderntheils müsse er, seinem h
Stande gemäß, an einem so prächtigen Hofe, jährlich vieles aufgehenlassen. Nicht weniger hatte ihm die Ausstattung und das Beylager ^
seiner Frau Tochter etliche tausend Thaler gekostet. Und endlich wardnichts von ihm gespart, womit er nur seinen Brüdern, wie auch seinemSchwester-Sohne, dem von Adcling auf Denhoff, zu ihrem Glücke ^verhelffen möchte. Ob sie nun wohl weder undanckbar gegen ihn, ^
noch