9
der Bevölkerung rc.
zeigen, als wenn dieselben durch Gesetze und Formen gelenktoder verhindert werden; und wenn alle halbe Jahr in je-dem Kirchspiel eine dazu wohl eingerichtete Predigt gehalten,nach derselben zum Urtheil über die verdächtigen Heuerleu-te geschritten, und dann jedem Verurtheilken ein halb Jahrzur Auswanderung erlaubet würde: so glaube ich nicht,daß einer sich mit Billigkeit über eine solche Anstalt beklagenkönne.
Man denke nicht, daß diese Einrichtung die »»sichernLeute nur aus einem Kirchspiele ins andre oder eben überdie Grenze, wo sie vielleicht noch gefährlichere Diebe werdenwürden, treiben möge. Ein benachbartes Kirchspiel wirddenjenigen nicht aufnehmen, der aus solche Art aus einemandern verwiesen worden; und es ist zu hoffen, daß auch»n andern Ländern eben dergleichen Anstalten ,getroffen wer-den würden, so bald man nur den guten Erfolg davon ein-sehen würde. Sie scheinet mir wenigstens unendlich besserzu seyn als unsre jetzige Einrichtung, wo der gefährlichsteMensch, wenn er gleich allen dafür bekannt ist, nicht an-ders als durch einen förmlichen, weitläuftigen und kostba-ren Criminalpcoceß verbannet werden kann.
Ueberhaupt wird bey einer zunehmenden Bevölkerungeine weit genauere Gesetzgebung und eine ungesäumte Hand-habung der Gerechtigkeit erfordert. Keine Arbeit hat sonatürliche Reizungcn und Anlockungen für den unverdor-benen Menschen als der Ackerbau; sie erfordert einenFleiß, der sich selbst belohnt, und sich durch sich selbst erhält.Vieles wächst dem Ackerbauer ohne Arbeit zu; die Abwech,selung der Jahrszeiten unterbricht dieschwerereArbeitdurchleichtere, und sie geht mehrentheils ihren Gang fort ohneäußerlichen Zwang, besonders wo der Boden ergiebig undalles nicht zu genau gemessen ist. Ganz anders verhält es
A § sich